
Adolf Hitler im Gespräch mit Otto Wagener über Christus, die Kirchen und Sozialismus:
»Sozialismus ist ein politisches Problem. Und Politik ist
keine Angelegenheit der Wirtschaft«, sagte er mir einmal bei einer solchen
Aussprache. »Sozialismus ist eine Frage der Lebenshaltung, der ethischen
Einstellung zum Leben, und zwar nicht nur zum Leben der eigenen Person, sondern
zum Leben aller, die in einem gemeinsamen völkischen oder staatlichen Lebensraum
zusammenwohnen. Sozialismus ist eine Weltanschauung! Aber diese Weltanschauung
ist eigentlich nicht neu. Ich wundere mich immer, wenn ich die Evangelien des
Neuen Testamentes und auch die Offenbarungen mancher Propheten lese und mich
dabei in die damalige Epoche der römischen und der spät-hellenistischen, sowie
der orientalischen Welt hineinversetze, was man alles aus dieser so klaren und
in ihrer Begebenheit so einzigartigen, ins Religiöse gesteigerten Lehre dieser
gottbegnadeten Männer, besonders Jesu Christi gemacht hat. Sie haben diese neue
Weltanschauung, die wir jetzt Sozialismus nennen, geschaffen, aus der Taufe
gehoben, gelehrt und gelebt! Aber die Gemeinschaften, die sich dann christliche
Kirchen nannten, haben sie nicht verstanden! Oder taten sie es, dann haben sie
Christus verleugnet und verraten! Denn sie haben die heilige Idee des
christlichen Sozialismus ins Gegenteil verkehrt! Sie haben sie getötet, wie die
Juden damals Christus ans Kreuz geschlagen haben; sie haben sie begraben, wie
der Leichnam Christi begraben worden ist. Aber sie ließen Christus auferstehen,
um glauben zu machen, auch seine Lehre sei wieder auferstanden! Da liegt das
ungeheuerliche Verbrechen dieser Gegner des christlichen Sozialismus! In
niederster Heuchelei tragen sie das Kreuz voraus, das Instrument jener Mordtat,
die sie in Gedanken selber dauernd wiederholen, als ein neues heiliges Zeichen
der christlichen Erkenntnis, - und lassen die Menschheit vor ihm niederknien.
Sie geben sogar vor, die Lehre Christi zu predigen. Aber ihr Leben und ihr Tun
ist ein dauernder Faustschlag gegen diese Lehre und ihren Schöpfer und eine
Verleumdung Gottes! Wir erst graben diese Lehre wieder aus! Durch uns erst
feiert diese Lehre ihre Auferstehung! Maria und Magdalena standen am leeren
Grab. Denn sie suchten den Toten! Wir aber wollen die Schätze des lebendigen
Christus heben!
Hier liegt das Wesentliche unserer Aufgabe: wir müssen unserem deutschen Volk die Erkenntnis jener Lehre wiederbringen! Denn wozu hat jene Fälschung des ursprünglichen Gedankens der christlichen Liebe, der Schicksalsgemeinschaft vor Gott und des Sozialismus geführt? An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen! Die Unterdrückung der Meinungsfreiheit, die Verfolgung der wirklichen Christen, der niederträchtige Massenmord der Inquisition und der Hexenverbrennung, die bewaffneten Feldzüge gegen die Völker des freien und wahren christlichen Glaubens, die Zerstörung ihrer Städte und Dörfer, das Wegschleppen ihres Viehs und ihres Eigentums, die Vernichtung ihrer blühenden Wirtschaft, und die Aburteilung ihrer Führer vor Tribunalen, die in ihrer verkrampften Heuchelei nur als Gotteslästerungen bezeichnet werden können. - Das ist das wahre Gesicht jener scheinheiligen Kirchen, die sich zwischen Gott und die Menschen hineingeschoben haben, aus egoistischen Trieben, persönlicher Geltungs- und Gewinnsucht, und aus dem Willen der Erhaltung des selbstherrlichen Eigensinns gegen die tiefe Erkenntnis Christi von der Notwendigkeit einer sozialistischen Gemeinschaft der Menschen und der Völker. Wir müssen das ganze Fühlen, das Denken, das Handeln, ja den Glauben des Volkes abkehren vom antichristlichen, selbstgefälligen Individualismus der Vergangenheit, vom Egoismus und vom dummen Pharisäertum persönlicher Überheblichkeit, und wir müssen besonders die Jugend erziehen im Geiste jener Worte Christi, die wir wieder neu auszulegen haben: liebet Euch untereinander, nehmt Rücksicht auf Eure Mitmenschen, denkt daran, daß nicht jeder einzelne von Euch allein ein Geschöpf Gottes ist, sondern Ihr seid allesamt Brüder! Mit Abscheu und Verachtung wird sich diese Jugend von jenen Heuchlern trennen, die Christus im Munde führen, aber den Teufel im Herzen, die Almosen geben, um selber ungestört prassen zu können, die sich auf das Vaterland berufen, um den eigenen Geldbeutel durch die Arbeit der andern zu füllen, die Frieden predigen und zum Kriege schüren!
Wenn man sehen will, weshalb ein Krieg geführt worden ist, dann braucht man immer nur einen Blick auf die Maßnahmen zu werfen, die der Sieger nach der Niederwerfung seines Widersachers trifft, und denen er mit meist heuchlerischer Gebärde die Bezeichnung ‚Friedensvertrag’ gibt! Dabei erkennen wir auch sein Christentum! Nehmen wir den Weltkrieg: Ablieferung der deutschen Handelsflotte, Vollinanspruchnahme der deutschen Wirtschaft für Reparationen, und Versklavung des deutschen Volkes durch Frondienstleistungen auf Jahrzehnte hinaus! Wir sehen: Ausschaltung, Vernichtung der rein wirtschaftlichen Konkurrenz war Zweck des Krieges! Und dazu der heuchlerische Begleitgesang: die Schuld am Kriege hat einzig und allein Deutschland und der deutsche Militarismus! - Dabei kann wohl jeder einzelne Deutsche vor Gott treten und bekennen: ich fühle mich frei von jeder Schuld. Nehmen wir dagegen den Krieg 1866: Austritt Österreichs aus dem deutschen Reichsverband, - sonst nichts! Da, sehen wir, ging es nicht um wirtschaftliche Konkurrenz, nicht um Versklavung eines Volkes! Sondern es ging nur um das Ausscheiden des österreichischen Kaiserhauses aus dem Reich, dessen Leben und Einheit durch dieses Kaiserhaus behindert wurde. Oder nehmen wir den 70er Krieg: Rückgabe von Elsaß-Lothringen, das dem Reich während seiner Schwächezeit geraubt worden war, Zahlung von 5 Milliarden Franken, die Frankreich binnen Jahresfrist auf den Tisch legen konnte, - sonst nichts! Es ging nicht um wirtschaftliche Schädigung, um Versklavung des französischen Volkes. Sondern es ging einzig und allein um die Ausschaltung des Gegners, der die Neugründung des einheitlichen deutschen Reiches verhindern wollte. Deshalb brauchte 1866 und 1870 auch nicht geheuchelt zu werden! Die Friedensverträge waren wirkliche Friedensverträge, und eine Schuldfrage stand nicht zur Debatte. Das sind jene Christen, die es zu entlarven gilt, die unsre Jugend erkennen muß, um für alle Zeiten stark zu werden gegen welsche Lüge und gegen jene Perfidie, die den giftigen Dolch unter dem Mantel trägt, der mit den Emblemen der christlichen Kirchen übersät ist. Sehen Sie, Wagener: Unsere Aufgabe ist keine wirtschaftliche. Natürlich muß auch die Wirtschaft und ihre Ethik den Bedingungen dieses Sozialismus angepaßt werden. Ich bejahe alle Ihre Pläne. Aber sie sind nicht das Primäre. Das Volk zu erfüllen von dem wiedergeborenen Glauben, und der Weltanschauung dessen, der schon einmal ein Heiland war in der Völker tiefster Not, das ist das Primäre! Und da die Alten meist unlösbar mit ihren wirtschaftlichen Interessen und egoistischem Krämergeist verfilzt sind, können wir uns in der Hauptsache nur auf die Jugend stützen. Sie ist es, die für ihr Volk und für die Menschheit das wahre Himmelreich wieder erobern wird!«
Diese Gedankengänge Hitlers kehrten häufig wieder, wenn wirtschaftliche Probleme besprochen wurden, die ihm wohl richtig und wertvoll, aber nicht entscheidend schienen.
Aus: Otto Wagener, „Hitler aus nächster Nähe“, Arndt, 2. Aufl., Kiel 1987, Seite 257 ff
»Ich bin mir über die Schwächen unserer Parteiorganisation klar. Sie sagen ja selbst, daß die Satten, die Saturierten, alle die, die sich in festen Lebensstellungen befinden, nicht bereit sind, ihre reale Existenz aufs Spiel zu setzen. Sie sind bisweilen bereit, mit Geld ihre Unterstützung zu leisten. Aber wer weiß, ob sie nicht die gleichen Sätze auch andern Parteien, selbst den Kommunisten, geben. Also selbst die finanzielle Unterstützung beweist noch nicht die Gesinnung. Aber wir wollen doch arbeiten, aufbauen! Wir müssen unsere Organisation erweitern, gliedern! Nur eine Entwicklung der Partei in die Breite gibt uns die Möglichkeit, in die Position hineinzuwachsen, in der wir unsere geheimsten Pläne durchführen können. Die Demokratie fordert Masse! Die Zahl gibt den Ausschlag. Unsere Aufgabe wird es später sein, die parlamentarische Demokratie, die primitivste aller Regierungsformen eines sich selbst regierenden Volkes zu veredeln, indem wir dem Volk durch eine Verfassung die Möglichkeit geben die Besten, die Tüchtigsten, die Aristoi, auf den Schild zu heben. Darum müssen auch wir zunächst um die Massen werben. Was nützen mir 100 Gelehrte, 1000 Professoren, was nützen mir die sogenannten Gebildeten, die nicht einmal gebildet genug sind, um die Trivialität des Parlamentarismus zu erkennen. Und mit der englischen Form, die eigentlich, wie ich nun erkannt habe, auch in Amerika und in allen andern Demokratien westlicher Prägung herrschend ist: die Demokratie nur als eine Scheinorganisation zu benutzen und durch die Loge und ähnliche geheime und öffentliche Bünde, oder sogar nur durch das Geld unmittelbar, diejenigen Persönlichkeiten auf die Kandidatenlisten der Parteien zu bringen, die das ebenfalls geheime oberste Gremium, das die eigentlichen Machtinteressen umfaßt, - mit dieser Form kann ich mich nicht befreunden. Denn sie ist eigentlich Volksbetrug. Ich will das Volk aber nicht betrügen. Und auf die Dauer ließe es sich auch nicht betrügen, das deutsche jedenfalls nicht! Denn das deutsche Volk ist im Grunde wirklich demokratisch. Wie sollten wir auf den Gedanken kommen können, ohne Gewalt und ohne Betrug die Regierung in Deutschland in die Hand zu bekommen, wenn nicht aus der Überzeugung heraus, daß das deutsche Volk in seinem demokratischen Willen denen die Regierung überträgt, von denen es sein Heil und eine bessere Zukunft erhofft? Ich brauche keine Loge, ich brauche keine Geheimbünde, die dem Volke vorgaukeln, es wähle seine Männer, während sie in Wirklichkeit ihre Männer auf die Listen bringen und wählen lassen. Ich würde mich schämen, das Vertrauen zu mißbrauchen, das dieses so schwer geschlagene, betrogene, in letzter Hoffnung zu einem emporblickende Volk mir entgegenbringt. Und deshalb muß ich um die Massen werben. Und was wir zur Zeit tun, ist nichts als Massenwerbung, Werbung des Volkes für das Volk. Und da muß ich alle nehmen, die sich mir dabei zur Verfügung stellen. Wenn ich dabei manche finde, die gestrandet sind, was hilft's? Sie sind bestimmt mehr als andere bereit und entschlossen, sich eine neue Zukunft aufzubauen, ihr armes Leben mit neuem Inhalt zu erfüllen. Ja, sie sind sogar häufig die besseren Kämpfer, die rückhaltloseren Verfechter unserer Gedanken, die fanatischeren Bannerträger unseres Glaubens. Wen würden Sie denn lieber sehen in der politischen Organisation als solche Kämpfer? « Hitler hatte sich warm geredet und schaute mich mit feurigen aber doch fragenden Augen an. Da griff Straßer ein, offenbar um die Debatte, die auf ein ganz anderes Geleis geraten war, als in der Absicht gelegen hatte [sic] und sagte: »Das wird der schwerste Teil meiner Aufgabe sein, die Gauleiter gleichmäßig auszurichten und zu verhindern, daß Unwürdige und Falsche in Stellen von Kreis- und Ortsgruppenleitern kommen. Es wäre mir schon lieber, ich würde Menschen finden, die etwas sind, etwas darstellen, etwas geleistet haben und die erfüllt vom Glauben an unsere hohen Ziele bereit wären, sich uns zur Verfügung zu stellen. Aber im zivilen Leben sind das Ausnahmen, ganz seltene Ausnahmen. Das ist anders bei Offizieren! Wenn ich mir die S.A.Führer ansehe! Ein Mann besser als der Andere! Natürlich haben sie ihre Pension und können wenigstens leben, und niemand kann sie ihnen nehmen. Und haben sie einmal gegen Ende des Monats nichts mehr, dann liegen sie krumm, bis sie am Ersten wieder ihr Geld bekommen. Aber es liegt auch an ihrer inneren Einstellung. Sie sind gewohnt, Verantwortung für Menschen zu tragen, sie haben gelernt, nicht sich, sondern das Ganze zu sehen, sie dienten früher dem Kaiser und jetzt dem Volk, und sie sind der Überzeugung, daß sie ihrem Volk am besten dienen, wenn sie mit der neuen Bewegung marschieren. Aber sie sind unpolitisch, sie sind nur offen und treu und opferbereit. Aber dem Intrigantentum der politischen Übung sind sie nicht gewachsen. Drum können wir sie nicht als Gauleiter oder Kreisleiter verwenden. Sie wollen es auch gar nicht! Sie sind gewohnt, daß sie das Herz auf den Lippen tragen können, und das kann man in der Politik nicht. Und so bleiben uns nur die, die sich uns bieten.« »Aber warum versuchen wir nicht«, warf ich ein, »auch andere zu werben?« »Wir versuchen es schon [antwortete Straßer], aber ohne Erfolg.« »So kommen nur solche in die Parteileitung und zur Leitung ihrer Gliederungen, die nichts sind und nichts besitzen!« »Zur Zeit, ich gebe es zu, ist es so.« »Und diese Nichtskönner sollen dann politische Führer sein!« »Sie bekommen ihre genauen Anweisungen, sie verteilen unsere Zeitungen sie schlagen unsre Plakate an und teilen mit, was in unsern Flugblättern steht.« Da unterbrach Hitler unsern Disput: »Sehen Sie. Deswegen bin ich für das Führerprinzip. Sie haben beide recht. Wir sind auf diejenigen angewiesen, die sich anbieten. Und leider sind das nicht immer die Besten. Deshalb dürfen wir sie eben nicht frei reden lassen, was sie wollen. Sie dürfen nur vertreten, was ihnen von oben mitgeteilt wird. Nur einer kann führen. Sie sind nur stark genug, um zu gehorchen. Wir wären keine Partei, wir wären keine Bewegung, wenn wir erlauben würden, daß jeder sagt, was er denkt. Das hat auch mit Demokratie nichts zu tun. Wer uns nicht folgen will, bleibt weg. Aber unsere Organe müssen uns folgen. W käme ein Mensch hin, wenn ein Bein ach rückwärts laufen wollte, während das andere vorwärts läuft?« »Aber liegt nicht die Gefahr nahe«, fragte ich, »daß diese Leute eben auch von ihren Mitarbeitern, ihren Mitläufern, ja von allen Parteigenossen und zuletzt vom ganzen Volk fordern, daß sie keine eigene Ansicht haben? Je kleiner ein Mensch ist, je enger sein Horizont, und je mehr er selbst gezwungen ist zu gehorchen, um so unnachsichtiger ist er auch gegen andere, besonders dann, wenn er über sie eine gewisse Macht hat. Ich denke da als Beispiel an unsere Unteroffiziere. Im Heere können ihre Bäume nicht in den Himmel wachsen, da über ihnen ein Offizier steht. Aber wehe, wenn einmal der Unteroffiziersgeist diese Hemmung nicht mehr hätte und im Heere die Herrschaft erringen würde! Das Heer wäre mit einem Schlage kein überlegenes deutsches Heer mehr, sondern eine Phalanx von Hopliten, die wohl zu siegen und zu sterben fähig ist, aber das Wertvollste aufgegeben hätte, was unser deutsches Heer auszeichnet, das Führerprinzip. « »Wieso?«, rief Hitler da, und ein entrüsteter Vorwurf lag im Klang seine Frage. »Weil das Führerprinzip nicht darin besteht, daß ein Führer führt, sondern daß alle Führer führen, nämlich jeder im Bereich seiner Verantwortlichkeit. Wäre es nicht so, dann wäre ein Puppentheater das anschaulichste Beispiel für das Führerprinzip.« »Straßer«, fragte Hitler da streng, »halten Sie für möglich, daß wir jeden Gauleiter und Kreisleiter die Vollmacht geben, zu führen, wie es ihm paßt?« »Unmöglich! Das wäre die Auflösung der Partei!« »Und würden Sie zulassen«, fragte er mich, »daß ein Sturmführer oder Standartenführer mit seiner S.A. das tut, was ihm gefällt, ohne Ihre Befehle zu beachten?« »Ohne meine Befehle zu beachten, das würde ich ihm nicht erlauben. Aber daß er im Rahmen meiner Befehle seinen eigenen Kopf und sein Herz einspannt, das verlange ich von ihm, sonst ist er kein Führer.«Da Hitler Straßer fragend anschaute, bemerkte dieser: »Wir können das mit unseren politischen Leitern nicht ebenso machen. Politische Führung ist auch etwas anderes, als die Führung eines immerhin auf einer gewissen Disziplin aufgebauten Verbandes. «
»Richtig!«, sagte da Hitler in ruhigem aber bestimmten Ton: »Politische Führung ist eine Sache, die mehr in das Gebiet der Philosophie gehört, als irgendwo anders hin. Die Demokratie hebt einen Mann auf ihren Schild und überträgt ihm die politische Führung. Wir Nationalsozialisten wollen ihm später einmal die Besten und Tüchtigsten, die Elite aus dem ganzen Volk und allen seinen Berufsständen, als Berater und als Mitarbeiter zur Seite geben, aber >führen< muß er, nachdem das Volk ihn dazu bestimmt hat. Nur dem Volke ist er verantwortlich und seinem Gewissen, und das ist ihm von Gott gegeben, das ist die göttliche Stimme in ihm. Einen irdischen Gerichtshof will ich noch anerkennen über ihm, einen Volksgerichtshof oder Staatsgerichtshof oder einen Senat. Nicht aber den Reichstag oder sonst ein Parlament. Ihre Aufgabe war, aufgrund der Wahlen des gesamten Volkes dem Manne, der durch die Wahlen zur Führung der politischen Geschäfte des Staates, d.h. also zur Staatsführung bestimmt wurde, im Namen des Volkes das Szepter anzubieten, und wenn er bereit war, es entgegenzunehmen, und wenn es ihm vom Reichspräsidenten, ebenfalls im Namen des Volkes, übergeben worden ist, mit ihm zusammen die Regierungsgeschäfte zu erledigen, also seine Gesetzesentwürfe zu beraten, ihnen zuzustimmen oder sie abzulehnen, oder eigene Vorschläge zu machen. Aber abberufen sollen sie ihn nicht mehr können. Sie sollen nur den Gerichtshof anrufen dürfen gegen ihn. Und eine neue Volkswahl kann neue Verhältnisse schaffen. Politische Führung dieses Einzigen bedingt aber höchste ethische Verantwortungsfähigkeit, höchste menschliche Tugenden, und höchste Befähigung zur Führung der Regierung und des Volkes. Deshalb kann und darf er keine Menschen in verantwortlichen Stellen dulden, die gegen seinen Willen handeln. Denn sie handeln gegen den Willen des Volkes. Sie können arbeiten und versuchen, bei den nächsten Wahlen ihren Kopf durchzusetzen. Und wenn sie die Mehrheit des Volkes für sich gewinnen, dann erreichen sie ja, was sie wollen. Im Wahlkampf steht eben Partei gegen Partei. Der Stärkere hat den Erfolg! Und er wird auch der Bessere sein! Wenn aber innerhalb einer Partei sich Gruppen bilden, der oder jener glaubt, Anhänger werben und seine eigenen Wege führen zu können, dann ist eine solche Partei nicht das Instrument, dem das Volk Vertrauen schenken kann. Und einer solchen Partei wird es auch nicht folgen und seine Stimme geben. Es darf also in unserer Partei nur eine Richtung, eine Stimme, einen Führer geben. Der Rest ist Disziplin, Einsicht oder Glaube. «Einen Augenblick schwiegen wir alle. Dann nahm ich wieder das Wort: »Ich bekenne, daß Führung einer politischen Partei etwas anderes ist, als die Führung einer Truppe, einer militärischen Truppe sowohl, wie der S.A. Aber gewisse Vergleiche kann man doch anstellen. Ich sagte schon, daß ein großer Unterschied besteht zwischen einem Heer, dessen Offiziere die Einstellung zur selbständigen und freien Leistung, im Rahmen der ihnen gegebenen Befehle und Anweisungen haben, wozu eine große Verantwortungsfreudigkeit gehört, und einem Heer, das vom Geist eines Unteroffizierskorps beherrscht und geführt wird. Ein ähnlicher Unterschied müßte doch wohl auch in einer Partei bestehen. Wenn die einzelnen Unterführer der Partei getragen sind von der großen Idee, die ihre Partei erfüllt und zu einer politischen Bewegung macht, und wenn sie die Überzeugung, die sie aus ihrem Wissen und ihrem Glauben schöpfen, auf die zu ihrem Bereich gehörenden Parteigenossen und auf die Öffentlichkeit überhaupt wirken lassen, so werden sie, wie ich glaube, eine größere Resonanz haben, als unbedeutende Leute, selbst wenn sie Fanatiker sind, die nur herplappern, was sie aus der Presse und aus ihren Führungsbriefen entnommen und verstanden haben. Deshalb erscheint es mir wünschenswert, ja ich sage, erforderlich, daß wir eine ganz planmäßig arbeitende Schule für politische Leiter einrichten, eine Hochschule, wie sie bisher keine Partei und kein Volk besaß, - wenn ich die alten griechischen und römischen Rhetorenschulen ausnehme, - in der wir einen Nachwuchs heranbilden, der aufgrund der Auslese, die diese Schule ermöglicht, hoch über dem Niveau der augenblicklichen politischen Leiter der Partei stehen wird. Und wenn dann eine Personalabteilung der Straßer´schen Organisationsabteilung I die Besten dieser politischen Referendare planmäßig als Mitarbeiter und Stabsleiter zu den Gauleitern versetzt und als Hilfe der Kreisleiter, um allmählich selber Kreisleiter und später auch Gauleiter zu werden, dann erscheint mir das politische Führerprinzip besser gesichert und bedenkenloser anwendbar, als wenn, wie zur Zeit, die Gauleiter sozusagen als kleine Hitlers in ihren Gauen schalten und walten können, wie es ihnen dünkt.« »Und wie lange meinen Sie, soll eine solche Schulung dauern?«, fragte Hitler. »Zunächst würde wohl ein Semester genügen, also 5-6 Monate. Wenn sich die Betreffenden dann in der Praxis bewährt haben, müßte noch eine höhere Ausbildung, die vielleicht wieder ein Semester dauert, folgen. Und dann wären Auslandsreisen notwendig. Aber keine Vergnügungsreisen. Sondern die Betreffenden würden Aufgaben bekommen, zu deren Fertigstellung Aufenthalt und Studium im Ausland erforderlich wären, wozu ihnen natürlich die Mittel zur Verfügung gestellt werden müßten. Eine solche Aufgabe könnte sein: die soziale Struktur der Bevölkerung in Argentinien; oder: der Einfluß der amerikanischen Arbeitsmethoden auf die soziale Stellung des Arbeiters; oder: die wirtschaftliche Bedeutun des Hafens von New York für die USA usw.« »Straßer, [fragte Hitler,] was sagen Sie zu diesen Gedanken?« »Ich habe das Gefühl, daß eine solche Schulung bereits zu den Ressorts der Staatsführung gehört. Aber die Grundgedanken dafür scheinen mehr beachtlich.« »Wie will die Partei«, unterbrach ich, »Männer für Staatsstellungen verfügbar haben, wenn sie sie nicht vorher ausbildet. Der Parteiapparat ist dabei eine wertvolle Schule der Praxis.« »Mir scheint«, sagte Hitler, »wir kommen jetzt auf ein anderes Gebiet. Auf ihm würden wir, glaube ich, schnell einig sein. Denn ich stimme Ihnen vollkommen bei. Aber zuerst wollten Sie doch neben die Gauleiter eine Art Nebenregierung setzen, Mitarbeiter, die nicht von ihnen, sondern von einer Zentrale aus eingesetzt werden, also doch Männer, die gegebenenfalls bereit und in der Lage sind, ihren Gauleitern ins Handwerk zu pfuschen. Und das lehne ich ab. Das erinnert mich an die Einrichtung des Generalstabes im Heere. Hinter jedem Kommandeur eines höheren Verbandes sitzt ein Chef des Stabes oder ein sonstiger Generalstabsoffizier, der das Recht hat, in seine Führerbefugnisse einzugreifen. Bei Ludendorff bekam der Generalstab häufig Weisungen, Orientierungen und Befehle, bevor die Befehlshaber davon etwas erfahren hatten. Es führte der Generalstab und nicht die Generalität. Dieses Prinzip halte ich für falsch und für schädlich. Ich lehne es deshalb auch für die politische Organisation der Partei ab. Eine solche Einrichtung wäre eine Partei in der Partei. Wer hat dann zu führen? Der Parteiführer oder der Chef dieses Generalstabes, also wohl der Führer der Organisationsabteilung I? Oder gar noch sein eigener Chef des Stabes! Wir dürfen keine Nebenregierung in der Partei dulden und ich werde sie nicht dulden! Mit der Ausbildung von Persönlichkeiten für Staatsaufgaben hat es noch gute Weile. Vielleicht können wir später einmal solche Schulungen ins Auge fassen. Jetzt handelt es sich um Massengewinnung! Dazu brauchen wir Kämpfer! Kluge Verwalter können wir erst brauchen, wenn wir das Neue geschaffen haben, das es dann zu verwalten gilt!« Solche Unterhaltungen gab es mehrfach, bis Zweck und Aufgabe der einzelnen Abteilungen der neu zu gliedernden Reichsleitung der Partei klargelegt waren. Hitler hörte alle Ansichten und Einwände aufmerksam an und traf stets vollkommen bestimmte Entscheidungen. Erfolgte dabei häufig den Ausführungen seiner Mitberater, wobei man sich nicht darüber klar war, ob er vorher selber bereits der gleichen Auffassung gewesen war. Manchmal aber auch war seine Einstellung offenbar die Folge einer intuitiven Erkenntnis, für die rationale Gründe zu finden schwer fiel. Zwar suchte er dann selbst nach logischer Begründung, um seine uns bisweilen ls vorgefaßte Meinung erscheinende Ansicht zu rechtfertigen. Ich erinnere mich, wie er einmal bei einer mir nicht mehr gegenwärtigen Angelegenheit eine Äußerung machte, etwa derart, die Lösung des betreffenden Problem müsse die und die sein. Er könne die Gründe dafür nicht angeben, werde sie aber schon finden. Einige Tage später traf er mich irgendwo im braunern Haus und sagte, er habe jetzt den Grund gefunden, der zu seiner Auffassung geführt habe. Als er ihn mir aber darlegte, kamen wir darauf, daß dieser sogenannte Grund zu ganz anderen Folgerungen führen mußte. Da lachte er kopfschüttelnd und erklärte: „Dann ist allerdings der Grund falsch.“ An seiner Überzeugung ließ er aber nicht rütteln. Und später zeigte sich, daß er recht hatte.
Aus: Otto Wagener, „Hitler aus nächster Nähe“, Arndt, 2. Aufl., Kiel 1987, Seite 188 ff
»Ich habe mich nicht auf den Weg der Politik begeben, um einem internationalen Sozialismus den Weg zu ebnen, oder gar um eine neue, sozialistische Religion zu predigen. Ich eigne mich nicht zum Religionsstifter, bin es nicht, und will es nicht sein. Sondern ich bin Politiker. Ich bringe dem deutschen Volk den nationalen Sozialismus, die politische Lehre der Volksgemeinschaft, der Zusammengehörigkeit aller, die zum deutschen Volk gehören und die bereit und willens sind, sich als ein unlösbares, aber auch mitverantwortliches Teilchen der Gesamtheit des Volkes zu fühlen.
Ein Volk im heutigen politischen Sinn ist keine rassische Einheit, keine reinrassische Gemeinschaft mehr. Die großen Wanderungen der Weltgeschichte, Kriegszüge, Zeiten feindlicher Besatzung, aber auch natürliche Mischungen, die durch die weltwirtschaftlichen Handelsbeziehungen immer zahlreicher werden, haben sich überall dahin ausgewirkt, daß innerhalb der Grenzen eines Staates alle möglichen Rassen und Rassenkreuzungen zusammenleben.
Trotzdem sind die meisten Staaten, - zu den Ausnahmen gehören in Sonderheit die Vereinigten Staaten von Nordamerika - Gebilde, in denen in gewissen Räumen entweder das alte Stammestum erhalten wurde, oder eine mit der Zeit zu einem Volk zusammengeschlossene Gemeinschaft entstanden ist, die ihren eigenen Stil, ihre eigene Sprache, ihre eigene Anschauung über Ethik und Moral, und ihre eigene Kultur besitzen. Und es bilden sich fortlaufend unter wirtschaftlichen, politischen und sogar rein geographischen Einflüssen immer weitere solche sich als zusammengehörend fühlenden Menschengruppen, die sich dann mit Recht als ein Volk bezeichnen. So wird auch aus Amerika mit der Zeit ein Volk werden.
Ein solches Volk besitzt nun einen ganz natürlichen Instinkt für das, was ihm dient und nutzt, und für das, was ihm schadet. Und ebenso empfindet es auch völlig instinktiv, welche Menschen zu ihm gehören und welche nicht. In der Natur sehen wir das z. B. bei einer Schafherde, oder bei einem Rudel Hirsche. Wenn fremde Tiere sich in die Gemeinschaft der andern verlaufen, werden sie bekämpft und ausgestoßen, und die Natur kennt nichts von dem, was wir Humanität und Sozialismus nennen. Mit brutaler Rücksichtslosigkeit wird der nicht zur Gemeinschaft Gehörende aus der Herde, ja aus dem Bereich des Rudels verjagt oder gar niedergemacht.
Solche Völker haben ihre eigene, einem anonymen Volksvotum entstammende Führerschicht und ihren ebenfalls durch das Volk gekürten Führer. Das Anwachsen der Völker, die Unmöglichkeit, daß alle Volksgenossen sich kennen, und die räumlichen Entfernungen zwingen zu einer besonderen Organisation für die Bildung und das Lautwerden des Volksvotums wie der Volksmeinung überhaupt. Denn aus den absoluten Monarchien, die ein Rudiment der vergangenen Zeiten sind, da übersehen oder vielleicht auch absichtlich unterlassen wurde, das Volksvotum weiter zu organisieren, sind wir herausgewachsen. Die Völker sind wissend und verantwortungsbewußt genug geworden, um sich feste Organisationen für die Wahl der Führergruppe und des Führers zu schaffen. Wir nennen sie >Verfassung<. Jedes Volk hat die Verfassung, die es verdient. Sonst hätte es Mittel und Wege gefunden, sie zu ändern.
Unsre Weimarer Verfassung z. B. ist ein juristisches, mechanisches System, dem es am Organischen fehlt. Es rechnet nur mit Menschen, nicht mit einem Volk. Es ist nicht aus dem bewußten Willen des deutschen Volkes geboren, sondern unter dem Druck feindlicher Besatzung und Bedrohung. Juristen und Volksfremde haben es ausgearbeitet und festgelegt, denen ich die gute Absicht nicht abspreche, deren Erzeugnis aber eben nur etwas Mechanisches sein konnte. Unsre Bewegung hat sich zur Aufgabe gemacht, dem deutschen Volk zu ermöglichen, die Weimarer Verfassung so zu ändern, daß sie dem Wesen und Willen des Volkes entspricht. Und dieses Wesen des deutschen Volkes ist im tiefsten Sinn sozialistisch. Volksgemeinschaft ist überhaupt letzten Endes stets Sozialismus.
Nun erwähnten Sie vorhin die Stellung der Juden in Sowjetrußland. Sie nennen die Mitwirkung der Juden bei der bolschewistischen Revolution >Geburtshilfe<. Irren wir uns nicht! Die sozialistischen Bewegungen in aller Welt sind durch die Juden zu Maschinerien des Kampfes geworden gegen die organische Entwicklung der Völker! Ihr Einfluß ist nicht staatsbildend, sondern staatszerstörend. Denn sie lieben die sozialistische Idee nicht der Idee wegen, sondern wegen der Möglichkeit, die unzufriedenen Massen mit Hilfe dieser Idee zum Kampf gegen das volkseigene Führertum zu gewinnen. Denn da der Jude auf Grund seiner biblischen Verheißung in allen Völkern nach der Macht strebt, ist das angestammte Führertum jedes Volkes sein Feind! Wenn es aber gelungen ist, es durch eine Revolution zu beseitigen, dann führen die Juden nicht etwa den versprochenen wahren Sozialismus durch, der ihnen ja die Macht wieder aus den Händen ringen würde, sondern sie gründen die Herrschaft des Proletariats oder, wie es in Weimar war, die Herrschaft der Revolutionäre, und sie übernehmen selbst die Sicherung der Errungenschaften der Revolution und die Vertretung des Proletariats.
Der Jude ist kein Sozialist! Schon einmal hat er den großen Schöpfer der sozialistischen Erlöser-Idee ans Kreuz geschlagen! Er wird es stets wieder tun, wenn er es kann! Denn er ist Individualist, Wirtschaftsliberalist, Egoist, ja, er ist ein Schmarotzerwesen. In Rußland ist es den Juden gelungen, den Befreiungswillen des unterdrückten Slawentums gegen die angeblich artfremden Beherrscher zu führen, aber sie haben sich dann, selbst artfremd, an ihre Stelle gesetzt. Noch sitzen sie dort und ich habe keinen Anhaltspunkt, daß das Slawentum Anstalten macht, sie wieder wegzujagen. Solange das aber nicht der Fall ist, kann ein nationalsozialistisches Deutschland nicht mit Rußland paktieren. Ich erkenne vielmehr den Willen des Judentums, von Rußland aus auch in den andern Völkern der Welt die Beseitigung der bestehenden Ordnung zu organisieren! Denn die Organisation der Komintern ist rein jüdisch!
Deshalb ist es notwendig, die Völker Europas und der ganzen Welt gegen diesen Keim der Zersetzung stark zu machen. Aber das kann nur gelingen, wenn wir dazu die Hilfe Englands haben, das immer noch die stärkste und fest gefügteste Weltmacht der Gegenwart ist. Nur mit ihm zusammen kann ein Europa aufgebaut werden, das aus selbständigen Staaten besteht, die innerlich abwehrbereit und charakterfest, und die frei sind vom Gift der internationalen Zerstörung. Und weiter habe ich das Gefühl und lese es aus der Geschichte: es werden besonders die germanischen, die nordischen Völker, also England, Skandinavien, Dänemark, Deutschland, Holland, Irland, Island, Kanada und wohl auch ein Teil der Vereinigten Staaten von Nordamerika sein, die berufen sind, den jüdisch-bolschewistischen Angriff abzuwehren und dann eine neue Ordnung der Welt zu schaffen.
Ich bin kein Anhänger von Oswald Spengler! Ich glaube nicht an den Untergang des Abendlandes. Nein, ich halte es für meinen mir von der Vorsehung gestellten Auftrag, dazu beizutragen, daß er verhindert wird. Ich glaube nicht an die Geburt einer neuen slawischen Kultur. Unter jüdischer Führung sind noch nie Kulturen geboren, sondern es sind nur weIche zerstört worden! Dagegen glaube ich, daß die alte arische Kultur, die durch die Industrialisierung ins Wanken gekommen ist, unter Führung der nordischen Menschen eine Wiedergeburt erleben wird. Und sie wird sich auf einer sozialistischen Grundlage entwickeln und dann die Welt erobern.
Aber auch ohne die jüdische Führung würde sich das Slawentum nicht zum Träger einer neuen Kultur eignen. Die Slawen sind leidende, aber keine schöpferischen Menschen, Herdentiere, aber keine Persönlichkeiten! Auch ist der ganze Sowjetbund viel zu heterogen zusammengesetzt, als daß er sich auf die Dauer als ein einheitliches Volk zusammenfügen und ausrichten ließe.
Und noch etwas. Die neue Kultur wird den Stempel der Industrialisierung tragen, obwohl Industrialisierung im tiefsten Sinne kulturfeindlich ist. In der Lösung dieses Dilemmas liegt das größte Geheimnis unserer nationalsozialistischen Pläne! Nun sind aber alle großen Industriestaaten, mit Ausnahme von Japan, das eine besondere Fähigkeit im Nacheifern hat, germanisch oder nordisch, wie Sie's nennen wollen. Wo andere Länder eine Industrie aufbauen wollten, haben sie dazu auf ihre nordischen Bestandteile zurückgreifen müssen, oder sie holten solche vom Ausland: Engländer, Deutsche, Amerikaner. Die Fähigkeit der industriellen Organisation ist eben auch rassebedingt. Auch der Jude ist für eine industrielle Betätigung ungeeignet. Er besitzt nur die Aktien, oder er handelt mit ihnen, und er handelt mit den industriellen Erzeugnissen. Aber produzieren kann er nicht, und wo er es unternimmt, da versagt er.
Deshalb finden wir auch gerade in den nordischen Ländern mehr den Willen zur freien wirtschaftlichen Entwicklung, den Sinn für Arbeit, und das Streben nach Leistung und Erfolg. Dort war der Boden für den Wirtschaftsliberalismus vorhanden, der in seiner Konsequenz wieder die Knechtung der Arbeit unter das Kapital nach sich zog. Da las ich neulich, wie einer schrieb: Wie herrlich schön müsse sich leben in Ländern wie Frankreich und Italien und im Orient. Dort herrsche keine Hetze, keine Überindustrialisierung, keine Jagd nach Arbeit und nach Gewinn! Dort herrsche gemächliche Ruhe, Arbeitsfrieden, Sinn für Vergnügungen, Gesang, Kunst, Selbstbesinnung, Familie und Liebe.
Der Liberalismus der Industriestaaten, der Anspruch auf Freiheit und Selbstverfügung über Besitz und Arbeitsstellen von Seiten der Unternehmer, hat sich in das Gegenteil umgekehrt! Die Nutznießer des Liberalismus sind nur noch die Großen, die Masse ist zu deren Diener und zu Sklaven herabgesunken. Selbst in den Organisationen und Kammern der Demokratien herrscht nur Geschäftssinn, die Besitzer des privaten Kapitals, die großen Industriemagnaten, die Trusts, beherrschen den Staat.
Mit der Industrialisierung der Staaten ist außerdem leider auch eine Typisierung der Menschen und eine Trivialisierung des ganzen Lebens und seines kulturellen Inhalts gekommen: Verplattung der Vergnügungen, Einheitsstile, Einheitsmusik, Einheitskragen, Einheitsbrillen usw. Wenn wir eine kulturelle Wiedergeburt erreichen wollen, dann müssen wir die Versklavung der breiten Masse der Menschen unter dem Joch der Industrialisierung aufheben.
Hier liegt eine der grundsätzlichsten Aufgaben von uns. Nicht international! Was gehen uns die andern an. Diese Aufgabe haben wir nur für Deutschland, nur für unser deutsches Volk! Was die andern machen, kann uns gleichgültig sein. Aber sie werden alle folgen müssen. Wo Demokratie herrscht, wird sich dieser Wille der Volksmehrheit durchsetzen. Wie sollten wir Nationalsozialisten dazu kommen, unsere Ziele durchzuführen, wenn uns die Weimarer Verfassung dazu die Möglichkeit nicht geben würde? Denn eine Revolution, ein Putsch, würde von Reichswehr und Polizei niedergeworfen werden. Nicht der demokratische Gedanke von Weimar ist falsch, sondern die Form des Weimarer Parlamentarismus! Ich habe deshalb keinen Zweifel, daß in allen demokratischen Ländern allmählich, aber mit absoluter Sicherheit, eine sozialistische Neuordnung ihren Weg nehmen wird. Nur in Rußland nicht! Dort wird die Herde immer mit der Knute regiert werden.
Ich erkenne Ihren Gedanken über die Befruchtung Rußlands durchaus an. Das wird auch irgendwann kommen. Aber nicht mit dem Ziel und dem Erfolg, daß dort eine neue das Abendland ablösende Kultur erzeugt wird, sondern weil Rußland nicht ewig inmitten der industrialisierten Welt mit dem Holzpflug arbeiten und mit Pfeil und Bogen schießen kann.
Das Internationale der kommunistischen Bewegung, die von Rußland ausgeht, ist ja auch eigentlich nichts Russisches, oder Slawisches, sondern es ist jüdisch. Und man darf nicht in den Irrtum verfallen, daß da eine russisch-slawische Idee dahinterstehe, die gar auch noch schöpferischen Inhalt hätte. Was zur Zeit von den Kominternleuten betrieben wird, ist rein destruktiv.
Es gibt auch eine konstruktive internationale sozialistische Idee. Aber sie ist eine ganz andere. Wenn nämlich erst die Nationen begonnen haben, innerhalb ihrer eigenen Grenzen eine sozialistische und sozialwirtschaftliche Neuordnung durchzuführen, dann kommt der Augenblick, daß die Gesamtheit der Nationen, also alle Völker und Staaten, davon abkommen, unter sich nach liberalistischen Grundsätzen um Macht und Vorherrschaft, Versklavung und Ausnutzung zu kämpfen, also nach imperialistischen Gesichtspunkten zu handeln, sondern daß auch unter ihnen Rücksichtnahme, Gemeinschaftsgeist, eben >Sozialismus< herrscht. Was im kleinen erst innerhalb der einzelnen Völker vor sich ging, das wird dann innerhalb der ganzen Völkergemeinschaft der Erde vor sich gehen. Auch die Kleinsten werden Gleichberechtigung haben, auch die Habenichtse werden Anteil nehmen können an den Gütern und am Überschuß des WeItbesitzes der Großen. Das ist dann der Sozialismus der Völker! Aber das ist etwas ganz anderes, als der internationale Sozialismus eines Marx oder Lenin!
Wenn beispielsweise Industriewerke aus höherer Einsicht sich dazu entschließen, sich nicht mehr gegenseitig zu bekämpfen, sondern eine Interessengemeinschaft zu bilden, dann bleibt jedes Werk an sich selbständig. Es wird nur nach einem höheren Plan und nach Gesichtspunkten der Vernunft und der Rentabilität produktionsmäßig und absatzmäßig in die Gesamtheit einrangiert. Etwas muß es also von seiner Souveränität abgeben, im Interesse des Ganzen und damit aber auch im eigenen Interesse. Auch in einem Volk ist es so, daß jeder einzelne Bürger etwas von seiner eigenen Souveränität, - was man landläufig >persönliche Freiheit< nennt - an die gemeinsame Selbstverwaltungsorganisation, den Staat, abgeben muß: Alles Recht geht primär vom Volke aus. Das hat die Weimarer Verfassung ganz klar erfaßt. Das Volk, jeder einzelne, tritt aber so viel als notwendig ist, aber auch nicht mehr, an den von ihm geschaffenen Staat bzw. an die von ihm verfassungsmäßig eingesetzte Regierung, ab.
So wird es auch beim Sozialismus der Völker kommen. Jedes Volk bleibt selbständig. Es gibt nur so viel von seiner Souveränität an die Gemeinschaft, an die Selbstverwaltungsorganisation, an den Weltstaat, ab, als notwendig ist, um ihm die Durchführung der im Interesse aller und jedes einzelnen liegenden Aufgaben zu ermöglichen.
Aber vorher muß erst der nationale Sozialismus kommen. Sonst sind die Völker und ihre Regierungen nicht reif für den Sozialismus der Völker. Man kann nicht im eigenen Lande Liberalist sein und unter den Völkern Sozialismus fordern. Die nationale sozialistische Erziehung und Überzeugung muß vorausgehen. Gelingt es uns aber nicht, diesen Weg zu gehen, dann bekommen wir entweder ein Weltimperium, an dessen Spitze ein einziger Staat steht, der stärkste, der mächtigste; der zum Zwecke der Sicherung und Erhaltung seiner Macht letzten Endes militärische Mittel verwenden muß, oder wir bekommen den internationalen Bolschewismus, der ebenfalls nur eine Gewaltherrschaft sein kann. Nach dem ersteren Ziel strebt zur Zeit offenbar Nordamerika, nach dem letzteren Rußland. Beide sind sich darüber vielleicht noch nicht ganz klar. Aber, wie gesagt: Wenn es uns nicht gelingt, dem Sozialismus der Völker den Weg zu bahnen, dann muß entweder das eine kommen oder das andere!
Aber ich trage auch hier wieder die Überzeugung in mir und sehe mich selbst als einen Bahnbrecher an, daß die Menschheit diesen Weg finden wird. Denn die Völker und ihre Staaten sind von der Natur gegebene, gottgewollte Begriffe, sie sind Menschengruppen, die alle von diesem Gott geschaffen sind und deshalb unter sich gleichberechtigt, nur je nach ihren Fähigkeiten und Leistungen für die Gesamtheit bewertet, nebeneinanderstehen. Die internationalen Kräfte, die am Werk sind, um die Geschlossenheit der Volkskörper, der Staaten, der Nationen, zu durchbrechen, aufzulösen, zu unterhöhlen, sind deshalb naturwidrig und der göttlichen Ordnung feindlich. Dazu gehören in erster Linie das Judentum, sodann aber auch die katholische Kirche, die international eingestellten Gewerkschaften, der internationale Kommunismus, die großen internationalen Trusts, und anderes mehr. Solche Organisationen können zeitweise stärker sein als die Staaten! Und das ist ihre Gefahr! Nicht nur für den einzelnen Staat, sondern eben auch für die Möglichkeit der Schaffung der großen sozialistischen Völkergemeinschaft.
Wenn wir also das Ziel einer solchen Völkergemeinschaft verfolgen, - und es muß, wie gesagt, verfolgt werden und wird das letzte Ziel der menschlichen Politik auf Erden sein, - dann müssen wir die Selbständigkeit und Unabhängigkeit der Völker, selbst der kleinsten, erst wieder herstellen und die großen internationalen Organisationen auf ihr rein sachliches Arbeitsgebiet zurückdrängen und jede Einflußmöglichkeit von ihnen auf die Staatsführungen und Staatsorganisationen ausschalten. Dies ist eine weitere grundsätzliche Erkenntnis.
Auch der machtpolitische Gedanke, kleinere Völker ewig zu unterdrücken, zu annektieren, sie zu besetzen, ihre Staaten aufzulösen, sie ihrer Selbstverwaltung, ihrer gottgewollten Souveränität zu entkleiden, ist ein nutzloses und törichtes Unterfangen, eine Sünde wider die Natur. Selbst nachdem Polen jahrhundertelang nicht mehr als Staat bestand, trug es immer noch den Willen der Staatsbildung in sich. Ja man kann sagen, daß die Unterwerfung eines Volkes, die zwangsweise Eingliederung in falsche Grenzen, oder eine militärische Besetzung des betreffenden Landes den Freiheitswillen und den Befreiungsdrang dieses Volkes nur noch steigern! GaIlien, Britannien, Germanien, wurden erst festgeschlossene Staaten durch die jahrhundertelange römische Militärdespotie. Rußland wurde geeinigt durch die Mongolen- und Tartarenherrschaft, in Frankreich erwachte ein nationales Bewußtsein durch die englische Besetzung Nordfrankreichs. Preußen wurde erst Preußen durch die napoleonische Besetzung! Vorher waren es Einzelländer, die nur durch die Krone zusammengehalten wurden. Ein Volk kann man nur beseitigen, indem man die Menschen tötet, so wie es die Amerikaner mit den Indianern gemacht haben, oder die Spanier mit den eingeborenen Völkern Süd- und Mittelamerikas.
Selbst wenn man die Angehörigen eines Volkes aus einem Lande vertreibt oder in die ganze Welt zerstreut, dann hört das Volk nicht auf zu leben. Es bleibt in ihm, auch noch nach Generationen, die Sehnsucht nach der Scholle, von der es vertrieben wurde, oder die Sehnsucht nach einer Wiedervereinigung. Obwohl Wilson diese Tatsache erkannt und zum Inhalt seiner 14 Punkte gemacht hatte. beugte er sich nachher der verblendeten Haßpsychose der andern und der weltfremden Idiotie jener engstirnigen Staatsmänner.
Hier gibt uns auch das jüdische Volk anschauliche Beispiele. Die Juden, die vor Jahrhunderten aus dem Rheinland vertrieben und in Polen angesiedelt worden waren, haben noch heute den Drang zur Rückwanderung nach Deutschland. Bis heute haben die Ostjuden ihre deutsche Sprache sich bewahrt, das Jiddische, und alle Ostjuden, die nach dem Westen wandern, gehen zunächst stets in Länder, in denen deutsch gesprochen wird. Ein anderes Beispiel ist die Sehnsucht nach der Wiedervereinigung in Palästina. Wenn dafür auch noch höhere, politische Gesichtspunkte ausschlaggebend sind, so könnte die jüdische Politik doch diesen Plan nach fast zweitausendjähriger Enteignung nicht mit Aussicht auf Erfolg gefaßt haben, wenn jene schlummernde Sehnsucht nicht wäre.
Und wie häufig erleben wir, daß deutsche Auswanderer ihren Lebensabend in ihrer Heimat verbringen wollen. Oder daß sie versuchen, ihre Heimat zu sich hinaus zu holen, durch Pflege der Sprache, des Gesangs, der Sitten und der altgewohnten Gebräuche. Sie nennen ihre Siedlungen nach den Heimatorten, sie feiern ihre Kirchweih wie zu Hause, die Münchner haben ihr Oktoberfest, die Dresdner ihre Vogelwiese, die Berliner ihre Fahrt in die Baumblüte, und alle haben ihren deutschen Weihnachtsbaum.
Die Nutzanwendung aus dieser Erkenntnis ist eine weitere große Aufgabe der Zukunft. Hier liegen die Wurzeln der wahren Religion, der Bindung zur Gottheit! Da beugen diese armen Kreaturen ihre Knie und ringen die betenden Hände vor geschnitzten Holzfiguren, und die großen Heuchler machen ihnen weis, daß dann ihre Seelen einige Tage kürzer im Fegefeuer der Hölle schmoren werden. Aber die wahre Bindung zu Gott, das erhabene Gefühl, ein göttliches Geschöpf zu sein, das wird ihnen ausgetrieben und verboten! Hier sehe ich jenes logoz (logos) des Evangelisten Johannes, das Luther leider übersetzt hat mit >Wort<. Goethe versuchte es richtigzustellen mit den kritischen Zeilen: >Ich kann das Wort so hoch unmöglich schätzen, ich muß es anders übersetzen<, und er sagte: >Am Anfang war die Tat.< Ich aber sage: >Am Anfang war der Trieb! Und der Trieb bestand seit aller Ewigkeit! Und der Trieb war eine Schöpfung Gottes und Gott selbst war dieser Trieb.< Und der Trieb ward den Lebewesen gegeben und .steckt auch in uns. Und beim Menschen ist er sich zum Bewußtsein gekommen, aber wir gehen an ihm vorüber, wie Christus es schon beklagte. Der Friede auf Erden, den Christus bringen wollte, ist jener Sozialismus der Völker! Er ist die neue große Religion und wird kommen, weil er göttlich ist! Und er harrt des Messias!« -
HitIer hielt einen Augenblick inne und sagte dann ruhig:
»Aber ich bin nicht der Messias. Er wird nach mir kommen. Ich habe nur den Willen, dem deutschen Volk die Grundlage für die wahre Volksgemeinschaft zu schaffen. Und das ist eine politische Aufgabe, die wohl das Weltanschauliche, wie auch das Wirtschaftliche, in sich schließt.
Es kann nicht anders sein, und alles in mir weist mich darauf hin, daß das deutsche Volk damit eine göttliche Sendung hat! Wie manche großen Propheten haben das schon vorausgesagt! Goethe schrieb einmal in tiefer Bekümmernis: >Das deutsche Volk wird erst dann seine Weltsendung erfüllen, wenn es durch das Schwert Gottes dazu gezwungen wird!< Ich hoffe, daß der Weltkrieg dieses Schwert Gottes gewesen ist! Sollte uns die Vorsehung noch eine weitere Ermahnung durch das Schwert Gottes vorbehalten, dann würde das eine fürchterliche Prüfung geben!«
Wiederum machte HitIer eine kurze Pause. Dann richtete er sich auf und erklärte lauter wie vorher:
»Ich kann es mir nicht denken, daß die Kulturvölker der Welt so verblendet sein werden, sich zu zerfleischen, um dem Bolschewismus den Weg zu ebnen. Das Gegenteil ist notwendig: Zusammenschluß, gruppenweise zu Staatenbünden, zu Völkerfamilien, vielleicht sogar da und dort zu Bundesstaaten.
Deshalb denke ich auch anders wie Sie über das Italien Mussolinis. Es hat den internationalen Bolschewismus und Kommunismus in seinen Grenzen niedergerungen. Es ist dabei, eine Volksgemeinschaft zu schaffen. Es arbeitet mit allen Mitteln an der inneren Kräftigung des eigenen Volkstums. Ich kenne Italien nicht persönlich. Aber was ich von dort höre und was ich in Bildern sehe, ist für die Volkwerdung Italiens groß und bedeutend! Wie hat Italien sich doch bereits unter Mussolini geändert! Seine imperialistischen Ziele sind falsch, wenn sie nicht in den Grenzen der bestehenden Verträge bleiben. Aber die italienische Mentalität braucht auch außenpolitische Erfolge. Und Italien hat noch einiges wettzumachen, was die Entente vom Weltkrieg her gesündigt hat. Die Torheit jener Staatsmänner, die stümperhafte Kurzsichtigkeit ihrer Ziele, die verbohrte Kleinheit ihres Gesichtskreises, sie sind schuld daran, daß die Welt nicht zu Ruhe kommt.
Umso mehr ist es wichtig, daß wir an dem Zusammenschluß arbeiten. Und da sage ich Ihnen immer wieder: ohne England ist er nicht möglich! England hat die Macht dazu. Wir bringen nur die Idee und den Willen mit. Ich kann mir nicht denken, daß England sich nicht dazu entschließt, von dem durch die WeItentwicklung überholten Podest der Überheblichkeit und des Imperialismus herunterzusteigen und einer Gemeinschaft der Völker die Hand zu reichen. So kann England doch nicht an den Erscheinungen der Gegenwart vorbeisehen! So kann es doch nicht die Sendung der arischen Rasse in der Welt mit Füßen treten! Es muß doch die Gefahr des internationalen Kommunismus erkennen, auch wenn sein Inselreich vielleicht erst als letztes seine Beute werden würde. Und es muß doch merken, daß der Welt, und damit auch ihm selbst, ein neuer großer Gegner erwachsen ist, jenseits des Atlantik: Amerika. Denn infolge der Überindustrialisierung, die besonders im Weltkrieg ihren letzten Aufschwung nahm, ist Amerika einfach gezwungen, eine weltimperialistische Politik zu treiben. Zunächst erhofft Roosevelt nur die >prosperity<. Wenn er sie aber nicht auf friedlichem Wege herbeiführen kann, - und das wird er nicht können, - dann kann sie nur durch einen Krieg erzwungen werden, einen Krieg, der die Wirtschaftskonkurrenz Europas und möglichst auch Japans für immer ausschaltet, und der Amerika die großen Weltmärkte der Zukunft sichert: Südamerika und China, vielleicht auch Rußland.
Jetzt gehört England eben mit zu Europa, auch wenn es das bisher nicht wahr haben wollte. Seine Front ist gegen Rußland und gegen Amerika. Auf den Ölfeldern Persiens hat dieser Kampf bereits begonnen, in Indien und im Fernen Osten wird er weitergehen. Und zum Schluß wird er das ganze Empire erfassen!
Was Sie vorhin von den russischen Rüstungen erzählten, ist nur dazu geeignet, zu erkennen, daß es umso leichter sein wird, die Weltgefahr des russischen Bolschewismus zu beseitigen, je früher man sich dazu entschließen kann, ihn in seinem Machtzentrum zu zertrümmern. Und außerdem braucht Europa, um im Entscheidungskampf mit Amerika bestehen zu können, das Getreide, das Fleisch, das Holz, die Kohle, das Eisen und das Öl Rußlands. Das ist Englands Interesse wie das unsere, es ist das Interesse eines Vereinigten Europas! England und Deutschland sind gleich bedroht. Aber sie sind zugleich auch das Rückgrat des Abendlandes, der alten Welt, der Kulturquelle der Menschheit. Und ein Europa, das von Gibraltar bis zum Kaukasus reicht, umfaßt zugleich alle Interessengebiete der dazu gehörenden Länder in den andern Erdteilen, besonders ganz Afrika, Indien, die malayischen Inseln, Australien und Neuseeland. Und bei einer solchen Machtkonzentration wird auch Kanada verbleiben, das sonst zu Amerika fallen muß, und die arabische Völkerfamilie wird den Kreis dieser Vereinigten Staaten der alten Welt vollenden.
Dies ist der Preis, den wir England bieten! Der Friede der Welt wäre für alle Ewigkeit gesichert. Denn keine irdische Macht könnte mehr Unfrieden in diese Gemeinschaft tragen, und kein Heer und keine Flotte der Welt wäre in der Lage, diese Macht zu erschüttern.
Es kann nicht sein, daß England das nicht erkennt und versteht. Ich bin jedenfalls gewillt, auch auf die Gefahr hin, England nicht zu überzeugen, diesen Weg zu gehen, und werde nicht Europa an den Bolschewismus und das Judentum verraten.«
Aus: Otto Wagener, Hitler aus nächster Nähe, Arndt, 2. Auflage, Kiel 1987, Seite 288 ff
Hitler über das Nationalsozialistische Erziehungssystem
Wir waren wieder einmal im Hotel Bube in Bad Berneck; Gauleiter Schemm war vom nahen Bayreuth gekommen und verbrachte den Abend mit uns zusammen. Schemm war Volksschullehrer. Aber in seiner Bildung, seiner Fähigkeit zu sprechen, seiner Auffassung und seiner Lebensart stand er jedem Studienrat einer Mittelschule gleich, und in seiner sozialistischen Konzeption war er hoch über dem Durchschnitt erhaben. [...].
Hitler sprach mit ihm an diesem Abend über Jugenderziehung und Schulwesen.
»Eine Bewegung, wie die unsere«, sagte Hitler, »das Werk, das zu vollbringen wir alle uns berufen fühlen wollen, muß weit hinausblicken über die Gegenwart hinweg in die Zukunft. Sie dürfen sich in Ihrer Planung nicht beirren und beeinflussen lassen durch die Politik. Wenn ich über Erziehungs- und Schulfragen nachdenke, dann streiten stets zwei Seelen in meiner Brust: die des Politikers und die eines Philosophen. Aber ich bin kein Philosoph! Deshalb siegt bei mir auch leicht die politische Seele.
Sie möchte gestalten, und sie möchte noch erleben, was gestaltet worden ist. Aber die Folgen und Erfolge eines neuen Erziehungs- und Bildungssystems können wir selber nicht mehr erleben. Und sie sind auch gar nicht festzustellen, wie man die Ergebnisse auf anderen Arbeitsgebieten feststellen kann, mit Zahlen, mit graphischen Darstellungen oder gar mit finanziellem Profitnachweis.
Denn diese Folgen und Erfolge müssen darin liegen, daß die kommenden Generationen anders denken, daß die Menschen zueinander in ein anderes Verhältnis treten, und daß dadurch eine ganz neue Art der Gestaltung des Lebens, der Auffassung des Lebenszwecks und damit des Lebenswillens und des Leistungsstrebens anhebt. Und das liegt alles sehr stark auf dem Gebiet der Philosophie, in dem ich wohl vielleicht die wichtigsten Punkte gelegentlich klar erkenne, wie von einem Scheinwerferblitz beleuchtet, das mir aber zu abstrakt ist, als daß ich mich darin im einzelnen zurechtfinden würde. Das ist eben Ihre Sache, Ihre Aufgabe, Ihre Pflicht.
Das kann nun nicht ein Mensch allein machen. Auch brauchen Sie kein Philosoph zu sein. Sie brauchen nicht zu den Auserwählten des Professorenkollegiums einer Universität zu gehören, um die Flagge eines Propheten zu enthüllen und an der Spitze der Männer des deutschen Schul- und Erziehungswesens die Wege zu führen, die zu diesem neuen Leben führen.
Ich mißachte dabei die Wissenschaft nicht. Ich will sie auch in keiner Weise unterschätzen. Im Gegenteil! Die großen Männer der Gelehrtenwelt sind die leuchtenden Sterne am Firmament des Geisteslebens, und wir sind nicht einmal in der Lage zu ergründen, wie sie mit ihrem Licht und mit ihren für uns zum Teil gar nicht erkennbaren Kräften geheimnisvoll aber gewaltig auf die andern Gestirne, auf unsere Erde, ja auf Wind und Wetter bei uns, auf unser Wachstum und letzten Endes sogar auf unsere eigene, menschliche Stimmung, auf unser Gemüt, unser Handeln und unser ganzes Leben einwirken! Schemm! Ich rufe Ihnen mit Hans Sachs zu: >Verachtet mir die Meister nicht!< Auch der Jugend müssen Sie die Achtung vor dem größeren Wissen und der hohen Leistung und Bedeutung der Wissenschaft beibringen!
Und trotzdem wird auch die Wissenschaft immer nur wieder durch das Leben befruchtet! Und dem Leben stehen Sie näher als der Gelehrte, der ein groß Teil seiner Zeit hinter Büchern in seiner Studierstube sitzen muß und der durch sein Wissen und sein Studium schon so viel Abstand vom wirklichen Leben gewonnen hat, daß er es häufig gar nicht mehr selber lebt. Die Vorbedingung für die Leitung des Erziehungs- und Schulwesens ist aber die Lebensnähe! Und führen kann auf diesem Gebiet nur der, der nicht nur lehren und erziehen kann, sondern auch selber vorlebt, der selbst erzogen ist und selbst das Schulwesen von Grund auf kennt.
Und außerdem besteht für ihn noch eine Bedingung. Er sollte möglichst rassisch klar und ungemischt sein. Aber wir dürfen nicht auf den so häufig vertretenen völlig bornierten Gedanken kommen, daß jeder Lehrer blonder Germane sein muß! Das ist reiner Unsinn! Wir brauchen sogar geradezu auch Romanen, Kelten, Slawen - und theoretisch hätte ich auch nichts gegen Juden -, um Erziehung und Ausbildung so vielseitig wie möglich zu gestalten. Aber unzweckmäßig ist es, Menschen als Lehrer und Erzieher zu verwenden, die aus Mischehen hervorgegangen sind, z. B. von Niedersachsen und Südfranzosen, oder von Rheinländern und Slawen, oder von Kelten und Italienern. Völlig ausgeschlossen sind natürlich Mischungen von Ariern irgendwelcher Art mit Juden oder andern Rassen. Denn jede Rasse hat ihre eigene ethische Einstellung. Und die kann man nicht mischen. Es kann nur sein, daß für den Rassenmischling einmal die eine, dann wieder die andere Ethik gilt. Und so jemand kann nicht erziehen.
Aber auch die andern Mischungen, wie ich sie erwähnte, also Germane und Romane usw., haben den Nachteil, daß sie unausgeglichen sind. In ihrem Leistungsvermögen können sie zeitweise hervorragend sein. Es läßt sich sogar nicht von der Hand weisen, daß gerade aus solchen Mischehen schon die größten Künstler, die gewaltigsten Erfinder, die anerkanntesten Gelehrten hervorgegangen sind. Auch vom Universitäts-Katheder herunter können sie Hervorragendes leisten. Aber in der Schule, im unmittelbaren Erziehungsauftrag, da versagen sie leicht. Denn sie sind schwankend, unstet, inkonsequent, und die Schüler haben dafür ein feines Empfinden. Selbst wenn sie etwas bei einem solchen Lehrer lernen könnten, mögen sie ihn nicht, halten ihn für unehrlich, launisch und ungerecht. Und dann ist es meistens mit der Lernlust aus und damit auch mit dem Lernen selbst. Außerdem sind solche Lehrer auch schlechte Vorbilder.«
Hier bemerkte Schemm, da Hitler eine kleine Pause machte:
»Ich bin sehr froh, Herr Hitler, daß Sie mir das als Ihre Ansicht sagen. Da wird immer ein Zeug zusammengeredet vom blonden Menschen, von der nordischen Rasse, vom Wodanskult und dem Geist der Edda, wie wenn die andern Menschen auf der Welt keine Existenzberechtigung hätten oder nur zweiten Ranges, nur Untermenschen wären. Diese dummen Schwätzer Wissen gar nicht, was sie damit anrichten. Denn sie erwecken doch nur Minderwertigkeitskomplexe und Haß bei denen, die nicht gerade das Glück haben, blond zu sein, und teilen damit das deutsche Volk in zwei rassische Hälften: die Germanen und die Nicht-Germanen.«
»Das habe ich schon mehrfach ausdrücklich verboten!« unterbrach Hitler aufbrausend. »Diesen Quatsch mit den Thing-Plätzen, mit den Sonnenwendfeiern, mit der Mittgard-Schlange und was sie alles aus der germanischen Vorzeit heranholen! Und dann lesen sie mit 15jährigen Jungens Nietzsche und malen ihnen mit unverstandenen Zitaten den Übermenschen vor mit dem Hinweis: >Das seid Ihr, oder das sollt Ihr werden<!«
»Ich danke Ihnen, Herr Hitler«, sagte Schemm, »daß Sie mir da recht geben. Die Sonnenwendfeiern habe ich zwar auch schon mitgemacht. Aber ich empfinde immer, daß die Menschen, die mehr aus dem Süden stammen, gar keinen Sinn dafür haben. Ihnen sagt eine solche Feier nichts. Und auch bei den Bewohnern des deutschen Nordens ist die Erinnerung an eine noch nördlichere Herkunft weniger atavistischer als propagandistischer Art. Und diese Propaganda gefährdet die Volksgemeinschaft.«
»Gerade wir Deutschen müssen alles vermeiden«, fuhr Hitler fort, » Was noch weiter trennend wirkt. Wir haben schon den Limes mit allen seinen Folgen auf religiösem, politischem und weltanschaulichem Gebiet. Wenn wir den Menschen nun auch noch sagen, daß sie verschiedene Menschen seien, dann werden wir nicht im Sinne der Einigung aller Deutschen arbeiten, sondern im Sinne der endgültigen Trennung und Auflösung des Begriffes Deutschland.«
»Dann aber muß auch die Hitler-Jugend ihre Taktik ändern«, warf ich dazwischen. »Ich habe die Befürchtung, daß diese sogenannten altgermanischen Feiern immer mehr zu Veranstaltungen entwickelt werden, die dieser Jugendorganisation ein ganz anderes Ziel geben, als es anfangs gedacht war.«
»Auch darüber habe ich schon mehrfach mit Schirach gesprochen. Schirach faßt diese Feiern aber von einem anderen Gesichtspunkt aus auf. Und da muß ich ihm recht geben. Die Jugend kennt doch nur diese abgeschmackten und zum Teil völlig an den Haaren herbeigezogenen kirchlichen Feiertage Wie Mariä Empfängnis, Josephstag, Fronleichnam, - auch noch ein ganz furchtbares Wortgebilde, das kein Mensch richtig zu deuten weiß. Daß Weihnachten von den germanischen Legionären und Siedlern im alten römischen Imperium übernommen wurde, das weiß schon fast gar niemand mehr. Nur wenn er einmal in andere Länder kommt, dann sieht er zu seinem Erstaunen, daß die orthodoxe Christenheit das Weihnachtsfest überhaupt nicht kennt, und daß auch der römisch-katholische Mittelmeerraum nur dort ein wirkliches Weihnachtsfest feiert, wo noch die Nachkommen der Goten und Vandalen, der Normannen und Langobarden usw. sitzen.
Ich habe nichts gegen das Weihnachtsfest. Ich erkenne die kluge Überlegung der römischen Kirchenväter sogar hoch an: daß sie das höchste Fest der nordischen Welt, den Tag, an dem die Sonne ihren tiefsten Stand erreicht hat und nunmehr wieder beginnt, am Horizont höher zu steigen, nicht beseitigt haben, sondern die Geburt Christi auf diesen Tag verlegten und somit aus einem aus der Natur genommenen Feiertag der alten Germanen den Christtag gemacht. Nebenbei bemerkt, ist daraus zu erkennen, welch' hohen Prozentsatz die Germanen im römischen Christentum ausgemacht haben müssen und daß Rom es für notwendig hielt, gerade sie auf diese Weise zu gewinnen.
Warum soll nun unsre Jugend nicht zur Natur zurückgeführt werden? Denn für die Natur ist dieser Wendetag doch wirklich ein gewaltiges Ereignis: die Überwindung der immer länger und düsterer werdenden Nacht durch die Wiedergeburt des Tagesgestirns, das neue Hoffnung, neues Leben, neue Kraft erweckt! Und da die heutigen Volksschulen sogar schon die Bewegung der Gestirne und die Ursachen des Sommers und des Winters lehren, ist der Jugend die Mitternachtssonne und das Julfest tatsächlich bereits ein kosmischer Begriff. Ob Christus aber tatsächlich ausgerechnet an diesem Tage geboren wurde, weiß kein Mensch. In der Bibel steht jedenfalls nichts davon, daß und wann er seinen Geburtstag gefeiert habe. Und das Weihnachtsfest war ihm bestimmt unbekannt.
Aber wir wollen der Kirche ihre Feiertage nicht nehmen. Allein schon, daß an diesen Tagen schulfrei ist, ist für die Jugend eine große Freude. Das hindert jedoch nicht, daß man die Jugend statt in weihrauchgeschwängerte Kirchen in die freie Natur führt und ihr das gewaltige Getriebe der göttlichen Schöpfung zeigt, und daß man ihr den ewigen Kreislauf der Erde und der Welt und des Lebens vor Augen führt, in dem immer und immer wieder ein Kampf gegen die Mächte der Finsternis stattfindet, der mit dem Sieg der Kräfte des Lichts endet, die schöpferisch sind und aus dem frostigen Winter einen keimenden Frühling erwecken, der neue Lebensfreude, neues Leben, und wieder neue schöpferische Kräfte mit sich bringt.
Lassen wir die Jugend das ruhig feiern. Im Gegenteil! Alles ist gut, was sie der Gottheit näher rückt, und alles ist falsch, was sich zwischen sie und die Gottheit schiebt, auch wenn es ein katholischer Pfarrer ist.«
Ich mußte Hitler recht geben. »Nur dürfen die Jugendführer nicht in den Fehler verfallen, daraus eine Religion machen zu wollen.«
»Das werden sie schon nicht. Und mit Rasse hat das auch nichts zu tun. Wenn die Hitler-Jungens erst älter geworden sind, denken sie zwar gerne an die Nächte zurück, in denen sie begeistert jenen Kranz von lodernden Feuern rings um den Horizont bewundert haben, der sie mit einem höheren Sein in Fühlung brachte, aber es sind Jugenderinnerungen, schöne, herrliche Jugenderinnerungen, und wertvollere, als wenn sie diese Nächte in Kneipen und stickigen Kaschemmen verbracht hätten.
Man soll sich auch keinen Fleck ins Hemd machen darüber, ob das oder jenes gerade das 100 %ige Ideal ist oder nicht. Gehen Sie zur Jugend, wenn sie so eine Sonnenwendfeier gerade erlebt hat. Dann sehen Sie, ob sie sich positiv ausgewirkt hat oder nicht. Wenn wir die jungen Menschen natürlich auf einen Berg führen wollten, um mit ihnen ähnlich blöde Lieder zu singen, wie es erwachsene Frauen und Männer heute noch in den Kirchen tun, und wenn wir dann diese Feuer anbeten wollten, wie's die Alten in diesen Kirchen mit geschnitzten Holzfiguren und mit gemalten Bildern oder gar mit erlogenen Reliquien machen, dann würden die recht haben, die sagen: laßt sie dann doch lieber in die gedeckten Gotteshäuser gehn, damit sie sich wenigstens nicht den Schnupfen holen.
Die Aufgabe der Hitler-Jugend ist weder eine religiöse, noch eine rassische, noch eine philosophische, noch eine politische, noch eine wirtschaftliche, sondern sie ist eine rein natürliche: die heranwachsende Jugend soll in die Natur zurückgeführt werden, sie soll die Natur als ihre Lebens- und Kraftgeberin erkennen, und ihre Körper in der freien Natur kräftigen und entwickeln, gesundmachen und gesund erhalten. Denn nur in einem gesunden Körper kann sich ein gesunder Geist entwickeln und nur in der Freiheit der Natur schließt sich der Mensch auch einer höheren Moral und einer höheren Sittlichkeit auf, und jene ethischen Grundlagen kommen dem werdenden Jungmann und der werdenden Jungfrau zum Bewußtsein, die sie unterscheiden vom Tier und die den einzelnen Menschen und mit der Zeit dann dem ganzen Volk ihren rassischen Stempel geben.
Damit komme ich noch einmal auf die Auswahl der Lehrer zurück. Ob Norde oder Germane, Süddeutscher, Romane oder Slawe spielt also an sich keine Rolle. Natürlich wird sich für französischen Unterricht nur selten ein Ostfriese eignen. Dazu ist wahrscheinlich ein Badener oder Hesse oder Rheinländer besser. Dagegen wird ein Norddeutscher im allgemeinen besser Englisch lehren können, und für Russisch hat wohl der mehr Eignung, der im Osten zu Hause ist. So könnte ich mir auch denken, daß für Kulturgeschichte ein Mann, der im Süden und Westen, also mehr auf dem geschichtlichen Boden unserer deutschen Kultur aufgewachsen ist, eher in Frage kommt als ein ostpreußischer Bauernsohn.
Aber dafür ist kein Gesetz und keine besondere Bestimmung des Staates nötig. Das gibt sich alles ganz von selbst. Denn es wird jeder nur das Lehrfach studieren, das ihm liegt und angeboren ist. Und je gesünder sich sein Körper in seiner Jugendzeit entwickelt hat, je freier er erzogen ist und je selbständiger er wurde durch die freie Bewegung in der freien Natur, umso sicherer wird er das richtige Ziel erkennen und den richtigen Entschluß fassen.
Nur auf dem Gebiet der Rasse muß eine Auswahl getroffen werden, weil, wie gesagt, die Auffassungen der Rassen über Ethik verschieden sind. Und die Jugend darf und kann nur zu einer einzigen Ethik erzogen werden. Aber auch da läßt sich nichts verallgemeinern. Denn es gibt bei allen Rassen Assimilanten, die Sie gar nicht mehr von der Rasse, bei der sie leben, unterscheiden können. Wer wollte sagen, ein Hugenotte habe sich nicht in Deutschland assimiliert? Und genau so ist es bei manchen Juden. Umgekehrt müssen Sie sich bei manchem Deutschen wundem, daß er ethisch eigentlich woanders hingehörte und politisch sogar bisweilen unsern Feinden nähersteht als dem eigenen Volk.
Sie sehen also, das Kriterium ist ein ganz anderes, als es diese Rassentheoretiker predigen. Fügen Sie zu den Seminar- und Universitätsprüfungen, also zur wissenschaftlichen Eignungsprüfung auch noch die Prüfung der charakterlichen Eignung dazu, und fordern Sie außerdem gewisse Sportleistungen, die nur der vollbringen kann, der körperlich gesund ist, mutig, unternehmungslustig und selbstbewußt, und der auch den richtigen Ehrgeiz hat, diese Leistung zu erfüllen. Dann scheiden die rassischen Kümmerlinge ganz von selbst aus, gleichgültig von welchem Blut sie sind oder selber abzustammen wähnen. Und wenn dann ein Jude diesen Bedingungen genügt, dann wird er auch als Lehrer und Erzieher seinen Mann stehen. Ich kenne jüdische Soldaten und Reserve-Offiziere aus dem Kriege, die sogar richtige Draufgänger waren.
Im übrigen zeigt die alte germanische Geschichte, daß selbst unsre Urvordern schon der gleichen Auffassung waren. Die Stämme wählten sich ihre Fürsten, d. h. also ihre Führer, im allgemeinen aus den Freien. Sie konnten aber auch einen Unfreien wählen, wenn er ein Bastard war und sich vor dem Feind bewährt hatte. Die Tapfersten der Freien hießen >Helden<, die Tapfersten der Bastarde hießen >Recken<. Man lese das Nibelungenlied und andere Sagen und wird erkennen, daß man bald ebenso viel Recken dort findet als Helden.«
Die Unterhaltung wurde etwas unterbrochen. Als ich mit Schaub und Schemm allein saß, sagte dieser: »Man sollte sich eine solche Unterhaltung aufschreiben. Sie enthält so ungeheuer viel, daß man für längere Zeit mit dem Verdauen des Gehörten beschäftigt ist. Wo hat Adolf Hitler das alles her!«
Ich sagte ihm, daß ich selbst stets aufnotierte, was so gesprochen worden sei. »Ich habe Hitler schon einmal gebeten, daß ich solche Gespräche veröffentlichen darf. Aber er wollte es nicht: >Nach meinem Tode könnt ihr veröffentlichen, was Ihr wollt. Aber vorher kann es zu nichts gut sein. Es würde von unsern politischen Gegnern nur zerpflückt. So war auch die Veröffentlichung des >Mythus< von Rosenberg, die ohne mein Wissen geschah, unzweckmäßig.< Deshalb blieben meine Aufzeichnungen in meinem Schreibtisch. Aber sie sind wohlverwahrt. «
Als Hitler wieder zurückkam, setzte er sofort lebhaft die Erörterung fort und kam auf die Frage der Schulorganisation.
» Wir müssen im sozialistischen Staat, - aber eigentlich müßte man das in jedem Staat! - von dem Grundsatz ausgehen, daß jedem Kind und jungen Menschen die Schulbildung und Erziehung zu teil werden muß, die seinen Fähigkeiten und besonderen Anlagen entspricht.
Damit ist aber nicht gesagt, daß der Staat den Eltern und der Familie die Erziehung und Förderung der Entwicklung aus der Hand zu nehmen hat. Das wäre vollkommen falsch. Wenn wir überhaupt an den Ewigkeitswert des Menschen glauben, - und das ist das stärkste Positivum aller höheren Religionen - dann kann es in erster Linie nur durch die Erhaltung der Art und ihre Höherentwicklung sein, und dafür ist die Familie die Keimzelle. Alles, was ein Mensch ist und sein kann, ist er nur und kann er nur sein auf Grund des Erbgutes, das er von Vater und Mutter mitbekommen hat, geformt und geweckt in erster Linie durch die Umgebung und die Verhältnisse, in denen er aufgewachsen ist, sowie durch die Erziehung und Ausbildung, die ihm im Elternhaus, in der Schule, im Freundeskreis und im praktischen Leben zuteil werden, wobei das Vorbild derer von stärkstem Einfluß ist, die am engsten und nächsten mit ihm zusammenwohnen.
Wenn ein Vater oder eine Mutter also Anspruch machen auf Ewigkeitswert ihres eigenen Seins, der gestaltenden Kraft ihrer eigenen Seele und des vor ihnen gemehrten, gefestigten und veredelten Erbgutes ihrer eigenen Vorfahren, dann müssen sie den Willen haben, selbst die Herstellung der Grundlagen für die Erziehung und Entwicklung ihrer Kinder in die Hand zu nehmen.
Die derzeitigen durch die Not der beiden letzten Jahrzehnte, im besonderen aber durch den immer schneller werdenden, zerreibenden Lauf des Räderwerkes der liberalistisch-kapitalistischen Wirtschaft, völlig unnatürlich und widersinnig gewordenen Lebensverhältnisse hindern aber in vielen Fällen sowohl Vater wie Mutter daran, sich um Erziehung und Ausbildung ihrer Kinder so, wie es sein sollte und wie sie es vielleicht auch selber wünschten, zu kümmern. Und in den Städten und ganz besonders bei den vermeintlichen >Großen< nehmen Vergnügungssucht, Repräsentations-Eitelkeit, rein materialistisches Denken, das nur auf die Gegenwart eingestellt ist, und eine vollkommen dumme und dekadente Überheblichkeit häufig Zeit und Geld und überhaupt die gesamten Interessen so stark in Anspruch, daß für die Erziehung der Kinder nichts mehr übrig bleibt.
Im liberalistischen Staat mag das die Sache jedes einzelnen sein. Sie nennen das Menschenrechte, freie Verfügung über die eigene Person, demokratische Freiheit! In Wirklichkeit ist es Lotterwirtschaft, Dekadenz, Entwicklung zum snobistischen Gangstertum und Nihilismus, der mit der Zeit zum Untergang von Volk und Staat führen muß. [...]
Und das Geheimnis einer nachhaltigen und erfolgreichen Erziehung ist, daß der Erzieher nicht mit der Macht seines Lehrrechtes, oder der Vater mit der Gewalt seiner juristischen Verantwortlichkeit regiert und handelt, sondern sie müssen selbst Diener einer Idee sein und als solche in Erscheinung treten. Und diese Idee muß gipfeln in dem sozialistischen, also allen dienenden Gemeinschaftsziel, das von der Gottheit aufgestellt, von der Gesamtheit des Volkes gewollt und vom Erzieher und Lehrer vermittelt wird. Instinktiv rücken die jungen Menschen sich näher, wenn sie die Größe der zwingenden Aufgabe erkennen, die ihnen allen gestellt ist und an deren Erfüllung jeder nach seiner Kraft und Fähigkeit mitzuarbeiten die religiöse, sittliche und sozialistische Pflicht hat.
Deshalb muß also jeder die Schuldbildung genießen können, die seinem sittlichen und geistigen Können entspricht.
Hierfür ist die derzeitige Schulorganisation ungeeignet. Sie geht meines Erachtens von einem grundsätzlich falschen Gedanken aus. Sie richtet sich nämlich in ihren Anforderungen und Plänen nach dem Durchschnitt, d. h. nach der Dummheit, anstatt nach dem Überdurchschnitt, also nach der größeren Begabung.
Verstehen Sie mich, Schemm. Sie müssen das einmal mit Ihren Kollegen besprechen und sich selbst durch den Kopf gehen lassen. Ich meine so: Das Pensum einer Klasse und einer Schule ist so festgelegt, daß der Durchschnitt mitkommt. Was unter dem Durchschnitt ist, hinkt nach und hemmt den Lehrer. Was aber darüber ist, bummelt und vertrödelt Zeit. Aber auf diese jungen Menschen kommt es ja gerade an! Vom Standpunkt des Volkes, der sozialistischen Gemeinschaft aus gesehen!
Natürlich schadet es nichts, wenn ein Junge ein oder zwei Jahre lang etwas langsamer ausgebildet wird, als seine Fähigkeiten es erlauben würden. Aber es darf nicht zu lange so sein.
Wir haben zur Zeit 8 Jahre Volksschule. Wohl sondern sich im 4. Jahr diejenigen ab, die zu den Mittelschulen übergehen. Aber da ist vielen der Knopf ja noch gar nicht aufgegangen. Und die werden dann bis zu ihrem 14. Lebensjahr noch von der Volksschule angeödet.
Wäre es nicht besser, man machte nur 6 Jahre lang Volksschule, und zwar für alle. Und man begänne im 5. Jahr genau so, wie in der Realschule, mit einer Fremdsprache, also mit Französisch, Englisch oder Russisch. Aber natürlich nur mit einer, nicht fakultativ, sondern im Westen Französisch, im Norden Englisch und im Osten Russisch.
Dann würde man im 5. und 6. Jahr schon sehen, wer nicht mitkommt. Er wird dann von den Fächern dispensiert, die für ihn nicht zweckmäßig sind, und er bekommt in den dadurch für ihn freien Stunden Nachhilfe-Unterricht in den andern Fächern. Ich gebe also einer größeren Anzahl die Möglichkeit der mittleren Schulbildung und scheide die dafür nicht Geeigneten aus. Ich mache es also umgekehrt wie bisher.«
Schemm unterbrach mit den Worten:
»Das mag in einer Stadt gehen. In Dorfschulen ist das unmöglich. Denn dort hat ein Lehrer gleichzeitig 2 bis 3 Jahrgänge in einem einzigen Klassenzimmer.«
»Ich bin auch in eine solche Dorfschule gegangen. Dadurch komme ich gerade auf meinen Vorschlag. Ich hörte dort, als ich in der untersten Klasse war, schon immer bei den Schülern der zweiten Klasse mit, und später bei der dritten und vierten. Gott sei Dank, daß ich dann weg kam. Sonst hätte ich die letzte Klasse 2 bis 3 Jahre lang durchsitzen müssen.«
»Das mag bei einzelnen Schülern möglich sein. Im Durchschnitt ist es...« Hitler unterbrach:
»Da kommen Sie mir wieder mit dem Durchschnitt! Höchste Schulbildung braucht nur die Auslese! Und um die Auswahl und die Förderung dieser Auslese handelt es sich schon in der Volksschule, und zwar von Anfang an! Überlegen Sie sich das, wie man es in der Volksschule und besonders auch in der Dorfschule machen muß, aber man muß es machen!
Denn es scheint mir unbedingt richtiger zu sein, das Klassenziel so zu setzen, daß es nur von einem Drittel oder der Hälfte erreicht wird, wobei die andern durchaus nicht sitzen bleiben sollen. Sondern sie werden auf den Unterricht nur der elementarsten Fächer beschränkt und betreiben diese dann doppelt nachhaltig. Vielleicht kommt in Frage, vom 4. Jahr an zwei verschiedene Klassen zu machen. Das muß man eben einmal sehen. Da müssen uns die Erfahrungen belehren.
Nach dem 6. Jahr würde ich die Aufteilung in Mittelschule und Fortbildungsschule für zweckmäßig halten. Die Mittelschule entspräche dem Gymnasium, die Fortbildungsschule dem 7. und 8. Jahr der Volksschule. Aber beide müßten ganz anders gegliedert und geplant sein.
Wenn die Schulpflicht mit 6 Jahren beginnt, so würde diese Teilung in das 12. bis 13. Lebensjahr fallen. Da sieht man schon etwas genauer, was einer leisten und werden kann, als mit 9, 10 oder 11 Jahren.
Auch im Gymnasium müßte wieder nach dem Grundsatz gearbeitet werden: es wird mehr verlangt, damit die Ausscheidung besser ist. Wenn man z. B. in der untersten Gymnasialklasse das Lateinische beginnt, - was ich für zweckmäßig halte, - dann wird sich im Laufe dieser und der nächsten Klasse zeigen, wer dafür den Kopf hat und wer nicht. Es könnte dann wieder nach dem 2. Gymnasial-Schuljahr, also im 14. oder 15. Lebensjahr, eine weitere Teilung stattfinden in das humanistische Gymnasium und das Realgymnasium. Es schadet nichts, wenn sich dann einer umsonst 1 oder 2 Jahre mit dem Lateinischen herumgeplagt hat. Irgend etwas kommt doch dabei heraus, und wenn nur die Erkenntnis, daß er nicht dazu taugt. Für dieses Endgymnasium genügen dann bestimmt 4 weitere Jahre.
Ich komme also im ganzen auf 8 Schuljahre für den Volks- und Fortbildungsschüler, und auf 12 Jahre für den Mittelschüler. Je besser die Auswahl ist, umso schneller ist das Vorwärtskommen. Ich glaube deshalb, daß wir das bisherige 9. Gymnasialjahr sparen können.«
» Wäre es nicht möglich«, sagte Schemm, »daß die Ausscheidung der schlechteren Schüler aus dem Klassendurchschnitt Verärgerung, Mißmut und Minderwertigkeitskomplexe hervorbringen könnte, die auch wieder ihre Schattenseiten haben?«
»Das Leben ist ein Kampf, bei dem sich stets nur das Bessere und Stärkere durchsetzt. Je früher das ein junger Mensch merkt, umso früher stellt er sich darauf ein. Ihre Bedenken sind weder sozialistisch noch liberalistisch, sondern sie sind humanitär. Und das ist meistens nur ein Fremdwort für >heuchlerisch<. Wir haben nicht nach humanitären Gesichtspunkten zu handeln, sondern nach sozialistischen! Was für die Gesamtheit des Volkes von Vorteil ist, das ist richtig. Der einzelne ist ein Glied der Gesamtheit und gliedert sich ein oder wird eingegliedert, wo er am besten für die Allgemeinheit arbeiten kann. Wer nichts kann, soll das ruhig wissen. Im Gegenteil! Er muß es wissen. Da schleifen wir zur Zeit die größten Strohköpfe durch die Gymnasien und Hochschulen, nur weil der Vater sich in gehobener Stellung befindet oder weil er das Geld dazu hat! Ist es denn eine Schande, Schreinerlehrling zu werden, oder Maurer, oder Schuhmacher? Jede Arbeit ist gleich ehrenvoll. Keiner unterscheidet sich als Mensch und Volksgenosse vom anderen durch die Arbeit, die er leistet, sondern nur durch die Art, wie er sie leistet!
Das hängt nicht mit der Bezahlung, mit der Höhe des Arbeitslohnes, zusammen. Bezahlt wird die Arbeit nach ihrem wirtschaftlichen, kulturellen und allgemeinen Wert der Gesamtheit gegenüber. Das gehört also nicht hierher.
Das ist also auch eine Aufgabe der Erziehung, die Achtung vor der Arbeit des andern zu erwecken!
Im übrigen halte ich die Bedenken von Ihnen noch aus einem weiteren Grund für gegenstandslos: die Kinder und Jungen wissen alle selber ganz genau, was sie können und wo sie hingehören, häufig besser als die Lehrer. Es wird viel eher böses Blut machen, wenn ein Ungeeigneter für die höhere Schulbildung zugelassen wird, als daß er dorthin kommt, wo der Lehrplan seinem Können entspricht. –
Bis jetzt sprachen wir über die Organisation des Schulwesens im sozialistischen Staat. Jetzt komme ich zur finanziellen Frage.
Wenn unser Ziel ist, daß jeder die Schulbildung erhält, die seinen Fähigkeiten entspricht, dann müssen wir dafür auch die finanzielle Möglichkeit schaffen.
Man könnte auf dem Standpunkt stehen, daß das ganze Schulwesen kostenfrei sein soll. Aber das ist vielleicht in der Auswirkung falsch. Wir haben es mit Menschen zu tun. Und es ist menschlich, daß man etwas auf die leichte Schulter nimmt, das nichts kostet, d. h. das nicht erarbeitet werden muß. Wenn ein Vater für seinen Sohn Schulgeld bezahlen muß, dann hat er vielleicht doch ein größeres Interesse daran, daß der Junge was lernt, als wenn die Schule nichts kostet. Denn er muß es sich absparen.
Ich bin deshalb der Ansicht, daß ein bestimmter Grundbetrag entrichtet werden sollte. Er braucht gar nicht sehr hoch zu sein. Und dann ist es Sache der Berufsorganisationen, helfend und unterstützend einzugreifen, wenn einzelne Familien durch Kinderreichtum, Krankheit, oder aus irgendwelchen andern Gründen in Not und Bedrängnis kommen. Dies bedingt allerdings die Durchführung einer besonderen Wirtschaftsordnung«, - sagte Hitler dazwischen, indem er auf mich schaute, » - die die Gewerkschaften, Bauernschaften, Innungen und sonstigen Berufsorganisationen dazu in die Lage versetzt. Bis das durchgeführt ist, müßte es Sache der Gemeinden sein, aber nur letzten Endes und im Ausgleich des Staates.
Hier tritt der Unterschied vom sozialistischen Staat zum kommunistischen klar zu Tage. Im sozialistischen behält der einzelne oder seine Berufsgemeinschaft Verantwortung und Mitverantwortung für sich selbst bzw. die Berufskollegen. Im kommunistischen Staat wird jede Verantwortung und Sorge vom Staat übernommen und auf ihn abgewälzt.
Wir müssen uns sehr hüten, in kommunistische Gedankengänge abzurutschen. Denn sie sind im Grunde nicht sozialistisch. Auch Ihre Einwürfe wegen der Gleichmacherei in den Dorfschulen stammen letzten Endes aus einer Kiste, in der sich kommunistisches Gedankengut befindet und nicht sozialistisches! Der Sozialismus pflegt die individuelle Freiheit mit der Ausrichtung auf das Wohl der Allgemeinheit, der Kommunismus beseitigt diese Freiheit durch Kollektivierung, also durch Schaffung von Herden und Herdenvieh, das vom Staat zur Arbeit und auf die Weide getrieben wird.
Wenn deshalb Schüler und Schülerinnen sich durch Anlage, Fleiß und Können besonders hervortun, dann sollten Stipendien in größerem Umfang zur Verfügung stehen, die zum Teil dem betreffenden Zögling zu geben sind, zum Teil den Eltern desselben.
Nichts ist ein größerer Ansporn zur Leistung als Lob und Tadel. Und wenn zum Lob kommt, daß das Kind einen 2-4 wöchigen Aufenthalt an der See oder im Gebirge erhält und die Eltern einen Geldbetrag von 50 bis 100 Mark als Hilfe für die Bekleidung oder sonstige Ausstattung des Kindes, dann wirkt das Wunder für die Zukunft, auch bei den Schulkameraden und deren Eltern.«
»Sollte dadurch nicht der materielle Sinn zu stark angeregt und in den Vordergrund geschoben werden?«, fragte Schemm.
»Die Frage kommt wieder aus Ihrer kommunistischen Kiste«, antwortete Hitler. »Machen wir uns doch nichts vor! Warum ist der Jude so häufig im Vorteil uns Deutschen gegenüber? Weil sein materieller Sinn bei jeder Handlung von vornherein an den Vorteil denkt! Warum hat England die Welt erobern können? Weil es dabei ausschließlich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten handelte und in erster Linie mit wirtschaftlichen Mitteln auf den materiellen Vorteil hinarbeitete.
Wir Deutsche sehen unsern Stolz darin, das >Volk der Dichter und Denker< zu sein. Und dabei reißen uns unsere Gegner, so lange wir zurückdenken können, immer und immer wieder ein Stück Land nach dem andern vom Leibe! Wir >dichten< und >denken<, während die andern die Welt unter sich aufteilen! Und wir freuen uns über eine Anerkennung durch das Ausland unvergleichlich mehr, als wenn wir mit dem Ausland einen günstigen Kaufabschluß für 100 000 Schweine gemacht hätten.
Wir brauchen den idealistischen Sinn unsres Volkes nicht noch weiter zu pflegen und zu steigern. Wir sollten im Gegenteil dafür sorgen, daß der Geschäftssinn etwas mehr entwickelt wird. Natürlich gibt es höhere Dinge als den geschäftlichen Vorteil. Aber daß Orden und Adelstitel höher im Kurs stehen als eine Dotation oder eine Gehaltserhöhung, das ist nur ein Überbleibsel aus der Feudalzeit, das bis auf das Offizierskorps, die letzte Reliquie jener Zeit, seine Anerkennung bereits verloren hat. Hiervon nehme ich natürlich Tapferkeitsauszeichnungen im Kriege oder für Rettungstaten aus, wenngleich ich es doch für richtig hielte, auch Ordensverleihungen auf Grund solcher Veranlassungen mit materiellen Vorteilen zu koppeln.«
Nach einer kurzen Atempause fuhr Hitler fort: »Was nun das Schulgeld für die Mittelschüler anbelangt, so muß da insofern eine andere Handhabung eintreten, als ein Bauer, ein Arbeiter und selbst ein kleinerer Handwerker nicht in der Lage ist, einen Sohn oder eine Tochter länger als 8 Schuljahre hindurch zu verhalten und für ihn auch noch Schulgeld zu bezahlen. Denn Kinder, die nicht die Befähigung für die Mittelschule besitzen, wären dann für solche Eltern mehr wert, als die Befähigten. Sie lachen?« unterbrach sich Hitler. »Aber es ist leider so. Und, weiß Gott, es kann auch gar nicht anders sein bei den minimalen Einkünften des einfachen Mannes. Denn der Bauer rechnet immer schon damit, daß sein Sohn und sein Mädel vom 14. Jahr ab als billige Arbeitskraft mit ihm aufs Feld oder in den Stall gehen, und auch eine Arbeiterfamilie muß für die Aufzucht besonders einer größeren Kinderzahl einkalkulieren, daß die heranwachsenden Kinder mit 14 Jahren bereits etwas zum Haushalt beisteuern.
Es genügt also nicht, wenn ein solcher Familienvater für seinen Jungen in der Mittelschule kein Schulgeld bezahlen muß, sondern er muß darüber hinaus auch noch eine Beihilfe bekommen. Da die Allgemeinheit, das Volk im Ganzen gesehen, Interesse daran haben, daß die befähigte Jugend nach oben entwickelt wird, ist es berechtigt, daß in diesem Fall auch die Allgemeinheit, also der Staat, diese Beihilfe bezahlt. Sie könnte in einem Bekleidungs- und Ernährungszuschuß von vielleicht 30 Mark im Monat bestehen, also genau so viel, wie ein Junge als Lehrling in der Fabrik, beim Handwerk oder auf einem kaufmännischen Büro bekommt. Denn er ist ja auch in der Schule Lehrling. Dieser Zuschuß käme also vom 9. Schuljahr ab in Frage, d. h. von der Teilung in das humanistische und in das Realgymnasium.
Außerdem müßten alle Schulmittel, Bücher, Hefte, Schreibutensilien usw. kostenlos vom Staat gestellt werden, und zwar bereits vom 7. Schuljahr ab, und in allen Schulen, auch in den Fortbildungsschulen. Es ist zu erwägen, ob man die Schulmittel überhaupt von Anfang an kostenlos zur Verfügung stellt. Aber auch da spielt wieder eine Rolle, daß etwas, das bezahlt werden mußte, pfleglicher behandelt wird, als wenn es umsonst ist. Hierüber können wir gelegentlich noch mal sprechen.«
»Würden Sie nun für richtig halten, daß das Schulgeld in den Mittelschulen für alle Väter wegfallen muß, auch für einen Generaldirektor oder Minister?«, fragte Schemm.
»Die Frage ist berechtigt. Aber ich möchte sie mit >ja< beantworten.
Zunächst einmal finden wir gerade unter den Gebildeten heutzutage nach der großen Entwertungszeit viele verschämte Arme, die sich wesentlich mehr am Munde absparen müssen, um ihren Kindern eine ihrem Können entsprechende Schulbildung zukommen zu lassen, als ein Arbeiter. Dann hat meistens jemand, der ein höheres Gehalt bekommt, auch höhere Ausgaben und Verpflichtungen, die sich aus seiner Stellung ergeben. Er hat also für seine Kinder häufig auch nicht mehr übrig als einer mit geringerem Einkommen. Endlich werden in der kommenden Zeit, besonders wenn erst die nächste Generation in die Arbeit hineinwächst, viel mehr Menschen, die nichts besitzen als ihr Können und ihren Leistungswillen, in höher bezahlte Berufe kommen, wo sie nun nicht gleich wieder dadurch bestraft werden dürfen, daß sie für ihre Kinder größere Aufwendungen machen müssen als andere.
Es würde auch den sozialistischen Grundsätzen widersprechen, wenn wir da zwei Kategorien von Menschen einteilen wollten: solche, die Schulgeld bezahlen, und solche, die es nicht zu bezahlen brauchen. Und wo ist die Grenze zu ziehen?
Aber etwas andres halte ich für zweckmäßig: daß die vermögenden Eltern angehalten und gegebenenfalls aufgefordert werden, sich der unbemittelten Schulkameraden ihrer Kinder anzunehmen, indem sie sie gelegentlich wochentags oder sonntags, oder auch in den Ferien zu sich einladen oder zu Ausflügen und zum Sommeraufenthalt mitnehmen. - Aber das ist ein zweischneidiges Schwert! Es ist zu leicht möglich, daß dann gerade die Ärmsten keinen Freund oder keine befreundete Familie finden. - Überlegen Sie sich das. Irgendwie, scheint es mir, müßte es möglich sein und wäre dann sogar von besonderem Vorteil für die immer festere Fügung der großen und alle umfassenden Volksgemeinschaft, die das A und 0 eines wirklichen Sozialismus ist. Deshalb nennen wir uns ja auch Nationalsozialisten! Wir wollen zunächst einmal den Sozialismus in unserer Nation, und unserm Volke durchführen! Erst wenn die Völker in sich sozialistisch sind, können sie auch an einen internationalen Sozialismus denken. - Auch hier wieder sehen Sie den Unterschied vom National-Sozialismus zum internationalen Marxismus und zum Kommunismus.
Nun schwebt mir etwas vor, das ich aus dem römischen Erziehungswesen entnommen habe. Man sollte in der Lage sein, die ganz besonderen Schüler, - hierbei handelt es sich nur um Jungens -, aus dem ganzen Volk herauszusuchen, um ihnen eine ganz besonders vorzügliche Schulung zuteil werden zu lassen. Und diese Schüler müßten schon sehr frühzeitig auf einen gewissen Führerberuf hin erzogen werden.
Hier liegt der wesentliche Unterschied zwischen einer aristokratischen oder auch wirtschaftsliberalistischen Monarchie oder Oligarchie, und einer sozialistischen Demokratie. Im ersteren Fall erhalten die Söhne der oberen Familien ganz von selbst diejenige Schul- und Ausbildung, die sie befähigt, auf der für sie reservierten Laufbahn der höheren staatlichen Verwaltung sowie überhaupt eines gehobenen Staatsdienstes vorwärts zu kommen. Neu Hereinkommende haben nur Aussicht, wenn sie finanziell unabhängig sind oder gute >Verbindungen und Empfehlungen< haben, außerdem natürlich, - wenigstens im allgemeinen, - die notwendige Befähigung. Sonst kräpeln sie nur herum als >Konzessionsschulzen<, sich selbst und für die andern verächtlich. Im Offizierskorps finden wir, wie ich den Eindruck habe, diesen Typ seit 1919 häufiger.
Eine Demokratie, und besonders eine sozialistische Demokratie, erfordert aber die Ausbildung und Erziehung der Besten aus dem ganzen Volke für den höheren Staatsdienst! Darauf muß also auch die gesamte Schulorganisation Rücksicht nehmen. Die Unterlassung dieser Neuordnung ist der tiefste Grund für das allmähliche Versagen des Weimarer Staates. Denn die Auswahl der Besten erstreckt sich eben zur Zeit nicht auf das gesamte Volk, sondern genau wie vorher in der Hauptsache auf die Kreise, die schon bisher >oben< waren, die es sich leisten können und die die notwendigen Verbindungen besitzen. Und da diese Kreise selbstverständlich reaktionär sind, werden auch führende Staatsstellen immer mehr mit Reaktionären besetzt und es ist kein Wunder, daß die Reaktion immer mehr den Kopf hebt. Gerade die Konzessionsschulzen, die ich vorhin erwähnte, machen da am lautesten mit. Denn sie kleben an ihrer Stellung und wollen auf keinen Fall zur Schau tragen, wo sie herstammen. Sondern sie sind eher bemüht, durch ultra-reaktionäres Getue und durch schroffe Ablehnung des Sozialismus und der Volksgemeinschaftsgedanken diejenigen noch zu übertrumpfen, die an sich durch Geburt und Kinderstube die reaktionäre Gesinnung in sich tragen.
Gerade wir werden die Folgen der Unterlassungssünden von Weimar auf dem Gebiet der Erziehung und des Schulwesens verspüren und verdauen müssen, wenn wir einmal die Regierung maßgebend in der Hand haben. Denn auch wir gelten für jene Reaktionäre als >Emporkömmlinge< und als >Linke<, die sie zu gern mit >vaterlandsfeindlich<, >bolschewistisch< und >minderwertig< bezeichnen möchten. Dabei sind übrigens sie es gerade, die bereit sind, ihr Vaterland zu verraten.
Zwei Gruppen in einem Volk geht das Gefühl für >Volk< und >Vaterland< völlig ab, wenn sie es auch gerne im Munde führen. Das eine sind die erwähnten Nachkömmlinge aus dem feudalistischen Zeitalter, die sich heute als Reaktionäre kennzeichnen, das andere sind diejenigen, die sich Demokraten nennen und sich deshalb auch in einer politischen Partei zusammengeschlossen haben, der sie heuchlerischerweise den Namen: >demokratische Partei<, jetzt >Staatspartei< gegeben haben. Beide Gruppen verfolgen und kennen aber nur ihre rein eigenen, egoistischen Interessen und Ziele. Das Vaterland ist ihnen gleichgültig, soweit sie nicht den Landbesitz ihrer Väter darunter verstehen. Und das Volk verachten sie und sehen in ihm nur die Knechte und Arbeiter ihres Kapitals.
Um die 3 voll zu machen, müssen wir dazu noch die Kommunisten erwähnen, die aber den Begriff Volk ganz offiziell ablehnen und bei denen deshalb auch der Begriff Vaterlandsverrat nicht vorhanden ist. Nur eines unterscheidet sie von den beiden anderen: sie sind wenigstens ehrlich. Deswegen werden sie auch unsere Erziehungs- und Schulgrundsätze bejahen. Die Reaktionäre und Demokraten dagegen nicht. Denn sie kümmert nur das Fortkommen ihrer eigenen Kinder. Uns aber kümmert die Auslese aus dem ganzen Volk.
Deshalb müssen wir so bald wie möglich daran gehen, nachzuholen, was versäumt worden ist.
Die Römer haben die besten Schüler aus ihrem ganzen Imperium in Internaten zusammengezogen und dort durch die besten Lehrkräfte erziehen und ausbilden lassen. Dabei nahmen sie keine Rücksicht darauf, was der Vater von Beruf war. Nur fremde Rassen, und zwar Neger und Juden, schlossen sie aus. Sonst genossen die Juden bei ihnen alle Freiheiten, Neger dagegen nur ganz ausnahmsweise dann, wenn sie sich durch besonders hervorragende Leistungen für das römische Imperium verdient gemacht hatten; Juden konnten sogar >römische Bürger< werden, wie wir im Falle Paulus sehen. Aber die Pagenschule, also die Anstalt, in der die jungen Männer herangebildet wurden, die später in den höheren Staatsdienst treten sollten, war für sie nicht zugänglich.
Eine ähnliche Organisation schwebt mir also auch für Deutschland vor.
Ich denke mir, daß diese Schulen das 5. bis 12. Schuljahr umfassen, also die beiden letzten Jahre der Volksschule und das gesamte Gymnasium. Die Schulen müßten Internate sein mit ausgesuchten Erziehern und Lehrern. In der Erziehung könnten vielleicht die deutschen Kadetten-Corps zum Muster genommen werden, wobei allerdings besonders in den späteren Jahren die national-politische Erziehung in wesentlich größerem Ausmaß und mit anderen Zielen erfolgen müßte. Im Lehrplan müßten die Anforderungen noch weit über das Pensum der Gymnasien hinausgehen. Und ein besonderes Moment muß in die Herzen der jungen Zöglinge hineingetragen werden, auch wieder eines, das bereits Christus als ethische Verpflichtung des Einzelnen in der sozialistischen Gemeinschaft hervorgehoben hat: >wer mehr Pfunde empfangen hat, von dem wird mehr gefordert werden<, der hat also nicht höhere Rechte, sondern höhere Pflichten. Das also muß der Ethos einer solchen national-politischen Erziehungs-Anstalt sein.
Und damit weise ich Sie noch auf ein zweites Moment hin, Schemm, das immer wieder in der Jugend, wo es auch sei, ob Fortbildungsschule oder Realgymnasium, humanistisches Gymnasium oder nationalpolitische Erziehungsanstalt, geweckt werden muß: jede neue Generation muß mehr >wollen<, als die vorhergehende >konnte<! Es muß ihr vor Augen geführt werden, was alles in der Epoche der bei den letzten Generationen anders geworden ist, die Entwicklung auf allen Gebieten der Technik, der Chemie und der Wissenschaften überhaupt, und daß diese Tatsache für die heutige Jugend die Verpflichtung in sich schließt, auf dem Wege dieser Entwicklung weiter vorwärts zu schreiten und nicht stehen zu bleiben! Dadurch wird zugleich die Achtung vor den vorhergehenden Generationen, vor den Eltern und vor den Ahnen, zum selbstverständlichen Bewußtsein gebracht und die Bereitschaft, sich eher zu schämen, wenn die Gegenwart nicht noch mehr erreicht als die Vergangenheit und die Zukunft nicht noch einmal wieder mehr wie die Gegenwart. So erwecken wir eine neue Sturm- und Drangperiode in der Jugend unseres Volkes, die das gesamte Volk wieder jung macht und die Stagnation der abendländischen Kultur überwindet! So wird die defätistische Weissagung Oswald Spenglers vom Untergang des Abendlandes Lügen gestraft!«
Da Hitler etwas pausierte, fragte Schemm:
»Wie sollten wohl die Schüler für diese Schulen ausgesucht werden?«
»Hier möchte ich eine Brücke bauen zwischen der Vergangenheit und der Zukunft, zwischen den Familien, die schon bisher die verantwortlichen Persönlichkeiten dem Volk und der Regierung zur Verfügung gestellt haben und dem Führertum, das unmittelbar und neu aus dem Volke herauswächst. Das würde eine Brücke zugleich bedeuten zwischen dem Feudalismus der Vergangenheit und dem Sozialismus der Zukunft. Wir dürfen nicht unterschätzen, daß Söhne aus Familien, die seit Generationen zu >führen< gewohnt sind, auch Erbanlagen in sich tragen, die sie stärker dafür prädestinieren, als es bei Söhnen aus Arbeiter- und einfachen Bauernfamilien im allgemeinen der Fall sein wird. Denn wenn Menschen aus der Tradition der Familie heraus im Gefühl einer größeren Bestimmung erzogen sind, dann können sie ihre Gedanken und ihre Seele andern Ansichten und andern Zielen zuwenden, als es die engeren Verhältnissen und Lebensbedingungen eines niederen Standes im allgemeinen vorbereiten. Dabei kann sein, daß solche Söhne in den ersten Jahren der Schule in den üblichen Lehrfächern durchaus nichts Überragendes leisten. Denn ihre Stärke kann sich ja manchmal auch erst später entfalten und zeigen.
Ich halte deshalb für richtig, daß man erstens jedem Vater das Recht gibt, seinen Sohn zu einer solchen Sonderanstalt anzumelden, wobei eine nicht übermäßig schwere Prüfung, die jedoch zum mindestens eine Veranlagung über dem Durchschnitt erfordert, über die Aufnahme entscheiden müßte. Diese Väter haben Schul- und Erziehungs- sowie Bekleidungs-, Wohnungs- und Verpflegungskosten selbst zu tragen, wofür ein annehmbarer Satz festzulegen wäre.
Zweitens sind nun aber die besten und dafür geeignetesten Schüler aus allen Volksschulen auszusuchen. Den Eltern dieser Ausgesuchten ist mitzuteilen, daß ihre Söhne für diese Sonderschulausbildung vorgesehen sind. Dann sollen die Eltern selber die Entscheidung fällen, ob sie ihren Sohn in ein solches Internat schicken, oder ob sie ihn bei sich behalten und damit auf dem gewöhnlichen Ausbildungsweg belassen wollen. Alle Kosten für Leben, Bekleidung, Schuhe usw. im Internat muß jedoch für diese Söhne frei sein, und zwar einschließlich des Fahrgeldes zwischen Internat und Wohnort am Anfang und am Ende der Schulzeit und in den Ferien.
Natürlich ist im Internat fortlaufend eine weitere Auslese durchzuführen. Was charakterlich und leistungsmäßig nicht einwandfrei ist, muß wieder ausgeschieden werden. Das ist vielleicht manchmal hart. Aber hier gelten höhere Gesichtspunkte. Ebenso muß auch wer mehr leistet, mehr gefördert werden.
Wenn dann ein Sohn aus einer alten Adelsfamilie, oder eines Industriellen, oder eines Professors, mehr leistet als die andern, so werden die Mitschüler dies bedingungslos anerkennen. Denn wie ich vorhin schon sagte, merken die Kinder unter sich selber am klarsten, was einer kann und für die Zukunft in sich trägt. Und es entsteht dabei kein Neid sondern eine Zustimmung, keine Mißgunst sondern eine Bejahung der Führereigenschaft des Betreffenden. Und wenn umgekehrt der Sohn eines Arbeiters oder Bauern, oder woher er auch stammen mag, die andern überragt an Wissen und Können sowie an sportlicher Leistung und Charakter, dann werden alle auch ihm frohe Zustimmung zollen und ihn umso mehr als ihren Primus achten, als sie wissen, daß er wirklich aus eigener Kraft geschaffen hat, was ihn zum Primus machte.
Wenn solche Jungens dann neben dem Unterricht außerdem als Stubenführer und Hilfserzieher für jüngere Jahrgänge herausgestellt werden, dann werden sie sich bis zur Abschlußprüfung unbedingt bereits zu einer Reife entwickeln, die auch im Leben eine Führerlaufbahn ermöglichen wird, sei es als Jurist oder als Lehrer, als Industrieller oder als Kaufmann, als Politiker oder als Diplomat. Und die Offizierslaufbahn müßte außerdem jeder dieser jungen Männer ohne Ausnahme einschlagen.
Wenn wir das so machen, dann wäre es ja gelacht, wenn nicht die Söhne gerade aus den Familien, die das Erbgut des Führertums besitzen, in größerem Umfang mit Erfolg abschneiden würden als die Söhne von Eltern, die erst den Weg nach oben begonnen haben. Vielleicht werden die Kinder dieser Söhne bereits die andern überflügeln! Wenn aber aus einer Familie einmal ein besonderes Genie hervorgeht, wie ein Moltke, ein Scharnhorst, ein Wagner oder Beethoven, ein Bismarck oder Metternich, dann wird es bestimmt entdeckt und seinen Weg machen und nicht in der Masse verloren gehen und verkommen.
Ein solches Schulwesen wird und muß eine unbändige Kraft von Wissen, Können und Wollen nach oben bringen, hinein in die Hochschule und in die Berufe, und besonders in die Selbstverwaltungsmaschine des Volkes: den Staat. Und. wenn erst zwei, drei Generationen so erzogen und entwickelt sind, und wenn die Verantwortlichen nach uns noch weitere Verbesserungen des gesamten Erziehungssystems durchführen, dann wird, dann muß sich eine zunehmende, gewaltige Niveau-Steigerung des deutschen Menschen und des deutschen Volkes ergeben, die sich nicht nur auf dem Gebiet der wissenschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Leistung, sondern auch in einer künstlerischen und kulturellen Höherentwicklung zeigen wird. Und letzten Endes ist dies die Erfüllung des Sinns und Auftrags der göttlichen Schöpfung, der an alle Völker und Rassen der Welt gegeben ist und dessen Vollendung die wahre Religion ist, wie sie erstmalig von Christus erkannt und gelehrt worden ist und wie sie von uns neu geformt werden muß.
Das ist Ihr Auftrag, Schemm, für das Erziehungs- und Schulwesen.« Hitler stand auf und verabschiedete sich. Schemm sagte nachher zu mir:
»Werden nach der Regierungsübernahme die Männer da sein, die die Größe dieser Gedanken erkennen und an der Durchführung mitzuarbeiten in der Lage sind?«
»Das ist auch meine Sorge. Aber eine viel größere Sorge ist außerdem die, ob nicht die Hunderte und Tausende kleiner Hitlers, wie ich die Gauleiter und Kreisleiter und die Fachberater überall nenne, im Augenblick der Machtübernahme durch die Partei über diese großen Ideen einfach hinwegschreiten, zumal sie sie gar nicht kennen und auch gar nicht verstehen würden, um ihre eigenen stümperhaften Gedanken durchzuführen, soweit ihr Einfluß reicht.
Und eine besondere Gefahr liegt in der inneren Ablehnung und Instinktlosigkeit derjenigen Kreise, die Hitler vorhin die Reaktionäre genannt hat. Sie werden es nicht leicht haben, Schemm, den Auftrag, den Sie heute bekamen, in die Tat umzusetzen.« [...]
Aus: Otto Wagener, Hitler aus nächster Nähe, Arndt, 2. Auflage, Kiel 1987, Seite 417 ff
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